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Schleswig-Holstein Sieben Kinder von jeder deutschen Frau?
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10:40 23.11.2018
Von Ulf B. Christen
Nicht um einen gewagten Vergleich verlegen: Ministerpräsident Daniel Günther. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Beifall bekommt Günther vom Landes-Flüchtlingsbeauftragten. FDP und Grüne teilen Günthers Zielrichtung, stoßen sich aber an dem Kinder-Beispiel. Der Ministerpräsident, der heute seine Antrittsrede als Präsident des Bundesrates hält, ließ auf einer Veranstaltung der Reinickendorfer CDU keinen Zweifel daran, dass Deutschland ein modernes Einwanderungsrecht samt „Spurwechsel“ für integrierte Flüchtlinge benötige.

Sieben Kinder gegen alternde Gesellschaft

Deutschland brauche diese Menschen, sagte Günther und brachte mit Blick auf die alternde Gesellschaft das Sieben-Kinder-Argument. Ob die Rechnung stimmt, ist unklar. Der Ministerpräsident nannte keine Quelle, verwies jedoch auf den klaren Trend in mehreren Bevölkerungsstatistiken und Prognosen. Demnach könnten in Deutschland selbst bei einer Zuwanderung von jährlich 200000 Menschen 2040 rund drei Millionen Fachkräfte fehlen.

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„Ohne Zuwanderung werden alte Leute sich bald im Pflegeheim selbst versorgen müssen“, warnte der Flüchtlingsbeauftragte Stefan Schmidt. Die FDP steht inhaltlich hinter Günther. „Die Verknüpfung der Einwohnerzahl mit dem Erhalt unseres Wohlstandes ist natürlich überspitzt formuliert, aber dass wir mit Blick auf die Demografie eine gewisse Zuwanderung brauchen, liegt auf der Hand“, meinte Fraktionschef Christopher Vogt.

Im Gespräch mit unserer Redaktion warnte Günther mit Blick auf umstrittene Äußerungen seines Parteifreundes Friedrich Merz davor, das Grundrecht auf Asyl in Frage zu stellen. 

Mehr zum Thema: Ulf Christen kommentiert Günthers Geburten-These

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