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Schleswig-Holstein Dat hebbt wi de Charta to verdanken
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12:00 19.06.2017
Von Heike Thode-Scheel
Wi köönt ok anners schnacken, meent düsse plattdüütschen Gören. Quelle: platt is cool

 Ok Karin Evers-Meyer vun’e SPD-Fraktion höllt ehr Reed op Platt: „Dat  eenmal  in  de  Legislatur  hier  in‘n  Bunnesdag  de Minderheitenspraken . . . ok  mal  snacken köönt, so as ehr dat Muul wussen is, dat hebbt wi de Charta to verdanken.“ „Rěč je kluč k wutrobam. Das heißt auf Deutsch: Die Sprache ist der Schlüssel zu den Herzen“, smuustert  Maria Michalk vun’e CDU/CSU un is dankbor, datt se Sorbisch schnacken dörft: „Dass ich heute hier in meiner Muttersprache sprechen kann, ist ein starkes Signal.“ Un twaars för de Tokunft vun all de lütten Spraken.

Dorför steiht  nämli  de „Charta der Minderheiten- oder Regionalsprachen“. Siet 25 Johr is se dat „wichtigste Werte- und Rechtsgerüst zum Schutz autochthoner Minderheiten und ihrer Sprachen in Europa“, verklaart Hartmut Koschyk. He is bi de Bunnesregeern för de naschonaalen Minnerheiten tostännig. Datt de Charta nich blots‘n Stück Papeer is för‘n lütt Minnerheit, dat wiest düsse Andrag mit de Nummer 18/12542 nipp un nau. Denn de is  nich blots vun alle Frakschonen tosamen op’n Wech bröcht wurrn, dat hett ok keeneen Gegenstimm geven. Bunnesdag-Vizepräsident Johannes Singhammer kunn dat meist nich glöven – datt de Parteien alle op een Stück plögen doot: „Das zeigt, dass die Wertschätzung von Regional- und Minderheitensprachen nichts mit babylonischer Sprachverwirrung zu tun hat, sondern  viel mit gemeinsamem Verständnis, Respekt, Wohlwollen und Harmonie.“

Düsse „Rückenwind aus dem Parlament“, as Hartmut Koschyk dat nöömt, de hett in de verleden 25 Johr veel bröcht för de Minnerheiten- un Regionolspraken. Plattdüütsch to’n Bispill: Dat is nu Ünnerrichtsfack in dree Bunneslänner, in Sleswig-Holsteen gifft dat sogor een Handlungsplan Niederdeutsch, jedeen hett nu dat Recht, vör Gericht in sien Modderspraak to schnacken, Platt mutt in’e Medien bröcht warrn, dat plattdüütsche Theoter höört to uns Immaterielle Kulturerbe un Platt steiht nu ünner een besünnern Schutz un kriggt een besünnere Fördern. Liekers „ruhen wir uns auf dem Erreichten nicht aus, sondern formulieren Aufträge für die Zukunft“, freut sik Koschyk.

Een Opdrag is besünners för uns Plattdüütsche een groten Gewinn. Un de is nu in‘ Bunnesdag ok mit afsegent wurrn:  Wi kriegt nämli – jüst so as de annern veer Minnerheiten in Düütschland – uns egen Sekretariat in Berlin.  Denn, so verklaart Karin Evers-Meyer, „dat Sekretariat för de  natschonalen  Minnerheiten kann  sik  nich  för  de Plattdüütschen insetten. Dat is bit vundagen en würklich groten Nadeel för de Plattschnackers. Un dat wüllt wi mit unsen Andrag in de Reeg bringen.“  Hartmut Koschyk bringt denn de gode Naricht: „Auf Bundesebene werden wir sicherstellen, dass für den Bundesrat für Niederdeutsch . . . ein Sekretariat für die niederdeutsche Sprache geschaffen wird. Haushaltsmäßig haben wir schon vorgesorgt.“

Dat Sekretariat schall de ehrenamtliche Arbeit vun‘n Bunnesraat Stütt un Stöhn geven.  Dat schall aver - dor merrn in Berlin - ok dorför sorgen, datt uns Sprekergrupp beter (an)sehn un (an)höört warrd. „Dormit  hett   de   Bund   sien   Plicht   un   Schuldigkeit   för   dat   Nedderdüütsche daan“, meent Karin Evers-Meyer, „de grote Wunsch vun de Plattsnackers is nu, dat ok de Länner sik besinnt– mööglichst all acht tosamen–, datt se de Verplichtungen vun de Charta erfüllt.“ Veel Loff hett dat för Sleswig-Holsteen geven: „Der Bunnesdag begrüßt: die Entwicklung  des    „Handlungsplans    Sprachenpolitik“    des    Landes Schleswig-Holstein,  der  Perspektiven  aufzeigt,  wie  die  Charta-Sprachen  in  den  kommenden  Jahren  – dem  Leitbild  eines  geschlossenen  Bildungsgangs  folgend – dauerhaft gestärkt und Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt in der Gesellschaft verankert werden können“, heet dat in’t Papeer.  Dat is nämli nich blots för uns goot, sünnern ok för uns Butenpolitik, meent Cem Özdemir op Schwääbsch: „Wenn wir Regionalsprache, wenn wir Minderheitensprache pfleget, sin m’r doch viel glaubwürdiger, wenn m’r der Türkei saget: „Ganget anderschd om mit Kurdisch“, wenn m’r de Chinese saget: „Ganget anderschd om mit Uigurisch.“–  Du  bischd  glaubwürdig, wenn  du  des,  was  du  de  andere  verzählscht,  bei  dir  im  eigene Land machschd. Also ganget m’r da mit gutem Beispiel voran.“

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