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Schleswig-Holstein Der große Klare aus dem Norden
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08:00 24.09.2018
Gerhard Stoltenberg gilt als einer der profiliertesten Nachkriegspolitiker Deutschlands. Quelle: aug: Michael August
Kiel

In seinen gut elf Jahren als Ministerpräsident hat Gerhard Stoltenberg nur zwei Menschen im Kieler Regierungsviertel geduzt: den Schulfreund und Justizminister Henning Schwarz sowie eher notgedrungen den volkstümlichen CDU-Bauernpolitiker Fritz Latendorf. Diese gewollte Distanz entsprach nach Einschätzung eines engen Mitstreiters dem Naturell des Holsteiner Hünen. Der „große Klare“ und manchmal auch der „kühle Klare aus dem Norden“  sei „ein bisschen menschenscheu“ gewesen.

Größter Fehler: Barschel

Als Regierungschef brachte Stoltenberg das Atomkraftwerk Brokdorf, die Autobahn nach Kiel und das Industriegebiet in Brunsbüttel mit auf den Weg. Ende der 70er Jahre kündigte er den NDR-Staatsvertrag (Vorwurf „Linksfunk“) und stellte so die Weichen für den bundesweit ersten Privatfunk – Radio Schleswig-Holstein. Bekannter ist Stoltenbergs größte Fehlentscheidung in Schleswig-Holstein. Er übergab 1982 den Regierungsstab an Uwe Barschel und stärkte ihm nach der Kieler Affäre 1987 zunächst den Rücken. Zwei Jahre später gab Stoltenberg nach 18 Jahren den CDU-Landesvorsitz ab, 1998 verzichtete er nach insgesamt 30 Jahren im Bundestag auf eine erneute Kandidatur. Nachfolger im Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde wurde Otto Bernhardt. Er ist Vorsitzender der Hermann Ehlers-Stiftung.

Einer der profiliertesten Nachkriegspolitiker

Die Stiftung würdigt mit Stoltenberg auch einen der profiliertesten Nachkriegspolitiker Deutschlands. Stoltenberg war vor seiner Zeit als Ministerpräsident Bundesforschungsminister (1965 bis 1969), danach Bundesfinanz- und dann bis zu seinem Rücktritt Bundesverteidigungsminister (1982 bis 1992). Der Festredner Waigel löste Stoltenberg 1989 als Bundesfinanzminister ab.

Von Ulf Billmayer-Christen

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