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Schleswig-Holstein Wenn an der Grenze die Erde bebt...
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17:36 28.01.2018
Rund 200 Teilnehmer aus zwölf Staaten trainieren bei der zweitägigen EU-Katastrophenschutzübung den Einsatz nach einem fiktiven Erdbeben. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Tinglev/Rendsburg

Bei einer großen EU-Katastrophenschutzübung haben Hilfskräfte aus zwölf Nationen am Wochenende den Rettungseinsatz nach einem fiktiven Erdbeben „in einem Land X“ geprobt. „Wir sind mit den organisatorischen Abläufen und den praktischen Einsätzen sehr zufrieden“, zog Markus Taglieber von den Johannitern am Sonntag in Rendsburg-Hohn (Schleswig-Holstein) eine positive Bilanz.

Möglichst schnell wolle die EU in Notfällen ihren Bürgern an jedem Katastrophenort mit eigenen Helfern beistehen und sie ausfliegen. Dies sei auch eine Lehre aus der Tsunami-Katastrophe von 2004 in Asien. Die Abläufe müssten eingeübt werden - einschließlich der Formalitäten des Landes, in das die Helfer müssen.

Spürhunde suchten nach Erdbeben-Opfern

Das Szenario ging von einem Erdbeben in einem Land außerhalb der Europäischen Union aus. Spielort war am Sonnabend das dänische Tinglev: Dort gibt es ein Übungsgelände, fast ein kleiner Ort, mit noch intakten Gebäuden, aber auch zerstörten Häusern und Trümmern. „Es lief alles sehr realitätsnah ab“, berichtete Taglieber. Spürhunde fanden zunächst die „Opfer“. Mit schwerem Gerät wurden sie aus Trümmern möglichst schnell geborgen und medizinisch versorgt. Manche steckten in hohlen Betonteilen und wurden freigeflext oder -gemeißelt, auch Presslufthämmer kamen zum Einsatz. Italienische Hilfskräfte errichteten ein Lazarettzelt und simulierten Röntgenuntersuchungen und Notoperationen. Aus Lautsprechern knatterten Hubschraubermotoren, dazu kamen Bergungsgeräusche.

„Alles sollte wirken wie bei einer echten Katastrophe, es war sehr realitätsnah“, erklärte Taglieber. Noch am Sonnabend wurden laut Übungsdrehbuch die transportfähigen „Verletzten“ und Unverletzten zum Bundeswehrgelände nach Rendsburg-Hohn gefahren und dort in einer Turnhalle untergebracht. Am Sonntag wurden sie vom örtlichen Luftwaffenflugplatz zurück in ihre Heimatländer „ausgeflogen“.

200 Helfer und über 100 Darsteller machten mit

Knapp 200 Helfer und mehr als 100 Verletztendarsteller waren an der Übung beteiligt - auch Trainer sowie ehrenamtliche Helfer der Johanniter aus Kiel und Hamburg. Teams des EU-Katastrophenschutzes kamen aus Finnland, Rumänien, den Niederlanden, Polen und Frankreich.

Besonders auf dem Prüfstand stand eine neue Einheit im EU-Katastrophenschutzverfahren: In weltweiten Krisensituationen soll künftig „Euracare Flight & Shelter“ EU-Bürger in Sicherheit bringen. Die Einheit ist ein Gemeinschaftsprojekt der Johanniter-Unfall-Hilfe, der Flugbereitschaft der slowakischen Regierung, des slowakischen Arbeiter-Samariter-Bundes und der österreichischen Landesregierung der Steiermark. Das Team ist in der Lage, mit einem slowakischen Airbus A319 schnell in Krisenregionen zu fliegen, um EU-Bürger zurück nach Europa zu transportieren.

Tatsächlich hob das Flugzeug am Sonntag in Rendsburg-Hohn ab zu zwei sogenannten Evakuierungsflügen mit den „geretteten EU-Bürgern“ - darunter ein „Verletzter“ auf einer Kranken-Transporttrage. Der Airbus machte kurze Rundflüge. Nach der erfolgreichen Übung wird „Euracare Flight & Shelter“ als neues Modul der EU-Katastrophenhilfe offiziell anerkannt.

Hier sehen Sie Bilder von der EU-Katastrophenübung in Dänemark und Schleswig-Holstein

Von dpa

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