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Schleswig-Holstein Vollkommen elektrisch übers Meer
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09:00 29.01.2018
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Bereits im Einsatz: die neue Elektrofähre „ELEKTRA“ in Finnland. Quelle: Frank Behling
Turku

 „Hören Sie etwas?“, fragt Mats Rosin. Der Chef der finnischen Fährreederei Finferries steht auf dem Deck der „Elektra“. Die gelbe Doppelendfähre gleitet mit zehn Knoten durch die Schären vor Finnlands Hafenstadt Turku. Und dabei ist sie fast lautlos. Nur der Wind zischt um die Aufbauten, und das Plätschern der Wellen am Rumpf ist zu hören. Die „Elektra“ macht ihrem Namen alle Ehre: Sie fährt vollkommen elektrisch über das Meer. Möglich macht das der deutsche Anlagenbauer Siemens. 

Siemens drückt aufs Tempo

Der deutsche Industriekonzern drückt beim Thema maritimer Elektromobilität aufs Tempo. Die Wettbewerber schlafen schließlich nicht. Nach Norwegen ist jetzt auch Finnland an den Lösungen der Entwickler von Siemens interessiert. „Als wir vor der Frage der Wahl des Antriebs für den Neubau auf der Fährlinie Nauvo und Parainen standen, haben wir verschiedene Optionen geprüft“, sagt Mats Rosin. Finferries ist wichtiger Bestandteil im öffentlichen Personennahverkehr in Finnland: 40 Verbindung mit 86 Fähren betreibt das öffentliche Unternehmen. Vier Millionen Autos und zehn Millionen Passagiere werden pro Jahr befördert.

Fähre kann 375 Passagiere transportieren

Eine Fähre mit Stromantrieb? Für 90 Autos und bis zu 375 Passagiere? Anfangs sei die Skepsis unter den Technikern groß gewesen, räumt Rosin ein: „Wir haben auf der Route ja kein kleines Schiff.“ 525 Tonnen wiegt die Fähre, gut zwei Kilometer ist die Strecke lang, und die Liegezeiten an den Anlegern betragen jeweils nur Minuten. Wenig Zeit zum Laden also. Vor ein paar Jahren hätte sich eine Elektrolösung bei diesen Parametern von selbst verboten. Ein Teil der Lösung: Zwischen den herkömmlichen Maschinenräumen wurde ein Batterie-Raum installiert, der die beiden Elektromotoren versorgt. Die drei Diesel-Motoren sind reine Reserve. „Wir müssen ja auch einmal in die Werft, und im Winter kann es sein, dass bei Vereisung mehr Energie benötigt wird“, sagt Rosin.

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