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Schleswig-Holstein Kriminalität bleibt Geheimsache
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10:00 11.03.2019
Von Bastian Modrow
In der Flüchtlingsunterkunft in Boostedt gab es binnen drei Monaten 140 Straftaten, nicht eine einzige wurde öffentlich gemacht. Quelle: Frank Molter
Boostedt

Dabei hatte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) 2018 nach Kritik angekündigt, mit Kriminalität von Flüchtlingen in Boostedt künftig transparent umzugehen. Die Liste der Straftaten in der LUK ist lang: Vielfach handelt es sich um Körperverletzungen (zum Teil mit Waffen), Bedrohungen, Sachbeschädigungen und Diebstahl, darunter auch „besonders schwere Fälle“. Im Januar wurde sogar eine Vergewaltigung angezeigt: Eine Bewohnerin soll von einem anderen Flüchtling zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden sein. Am 12. Februar soll dann ein neunjähriges Mädchen in der Unterkunft von einem anderen Bewohner sexuell missbraucht worden sein. Verstöße wegen unerlaubten Aufenthalts sind in den 117 Straftaten unberücksichtigt.

Zum Vergleich: In der Gemeinde Boostedt wurden von Dezember bis Februar 64 Straftaten registriert – bei 23 Fällen sind Bewohner der LUK tatverdächtig. Dabei handelt es sich der Statistik zufolge vor allem um Diebstähle und Unterschlagungen. Als Tatorte stechen immer wieder die Adressen von drei Supermärkten hervor.

Ministerium will keine Vorurteile schüren

Bürgermeister Hartmut König (CDU) reagierte überrascht auf die hohe Zahl von Straftaten. Über den Missbrauchsfall sei er informiert worden, sagte König, über weitere Taten nicht.

Die Polizeidirektion in Bad Segeberg hat seit Dezember 217 Pressemitteilungen verfasst – die 181 Straftaten in Boostedt blieben sämtlich unerwähnt. Das Innenministerium bestätigte gestern auf Anfrage, die Kriminalität in Boostedt sei zuletzt angestiegen. Eine „aktive Pressearbeit“ zu Anzeigen oder Verdachtsfällen wäre aber „unverantwortlich“, solange keine gesicherten Erkenntnisse vorlägen. Denn man wolle keine Vorurteile schüren.

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