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Schleswig-Holstein Kriminalität nahm in Boostedt leicht zu
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09:00 11.08.2018
Von Bastian Modrow
Die Boostedter Polizei hat fortan 25 anstatt bislang 15 Beamte zur Verfügung. Quelle: Frank Molter
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Boostedt

333 Straftaten wurden im vergangenen Jahr in der 4600-Einwohner-Gemeinde registriert – 91 mehr als 2016, 104 mehr als 2015. Aus Sicht der Polizeidirektion Bad Segeberg ist dies "insgesamt nur eine leichte Zunahme von Straftaten", so Behördensprecher Lars Brockmann.

Die Kriminalitätsstatistik der Polizei schlüsselt allerdings auch die Straftaten in der Landesunterkunft (LUK) auf. Dort wurden 2017 insgesamt 126 Straftaten aufgenommen. Zum Vergleich: 2016 waren es 69 Fälle gewesen, im Jahr zuvor 33. Innerhalb der LUK ist laut Polizei ein Anstieg an Eigentumsdelikten und Körperverletzungen zu verzeichnen. Auch die Zahl der Sachbeschädigungen stieg binnen zwei Jahren von einem auf 18 Fälle, die Urkundenfälschungen von null auf zwölf.

Einzelne Bewohner fallen auf, nicht die Gesamtheit

"Nach hiesiger Einschätzung fallen eher einzelne Bewohner beziehungsweise Kleingruppen vermehrt auf, nicht die Bewohner in ihrer Gesamtheit", sagt Polizeisprecher Brockmann. Stelle man Konflikte fest, so arbeite man mit dem Landesamt für Ausländerangelegenheiten daran, diese beizulegen.

Laut Zuwanderungsbericht der Landesregierung lebten zum 30. Juni 2018 insgesamt 1256 Personen in der LUK, im Juni des vergangenen Jahres waren es nur 338 Flüchtlinge gewesen. Die meisten Migranten wurden im Jahr 2016 mit bis zu 2500 Menschen in Boostedt beherbergt.

Mehr Polizei für Boostedt

Die Boostedter Polizei hat nach dem Hilferuf des Bürgermeisters Hartmut König fortan 25 anstatt bislang 15 Beamte zur Verfügung. Überdies sind die Beamten ab sofort auch rund um die Uhr in der LUK im Einsatz. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht zwar von einem politisch folgerichtigen Schritt nach der öffentlichen Diskussion. Aber: "Das wird zwangsläufig dazu führen, dass andere Aufgaben in der Landespolizei liegen bleiben", mahnt der Landesvorsitzende Torsten Jäger. Die GdP habe sich immer wieder für die Integration und kleinteilige Verteilung von Flüchtlingen ausgesprochen.

Torsten Gronau, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), bezeichnet die LUK Boostedt sogar als "Pulverfass". Die von der Gemeinde geschilderten Erfahrungen seien nicht von der Hand zu weisen. Er meint, die Belegungszahlen in Boostedt sollten zeitnah deutlich reduziert werden. Zudem sollte das Land darüber nachdenken, die geplante zweite Einsatzhundertschaft der Landespolizei in Boostedt aufzubauen. "Der Standort wäre ideal und es gebe positive Synergieeffekte."

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