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Schleswig-Holstein Grote wechselt Chef des Landesamts aus
Nachrichten Schleswig-Holstein Grote wechselt Chef des Landesamts aus
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09:00 07.11.2018
Von Bastian Modrow
Ulf Döhring, bislang Chef des Landesamts für Ausländerangelegenheiten (li., mit Innenminister Hans-Joachim Grote), wechselt zum 1. Januar ins Innenministerium. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Nach Informationen der Kieler Nachrichten hat es von Mitarbeitern des Neumünsteraner Landesamts und von der Polizei in den vergangenen Monaten massive Beschwerden über dem Amtschef gegeben. Das Landesamt ist für die zentralen Unterkünfte in Boostedt und Neumünster zuständig, bearbeitet die Asylverfahren und ist für Rückführungen von Zuwanderern in andere EU-Länder und Abschiebungen verantwortlich. Döhrings Mitarbeiter äußerten entweder direkt im Innenministerium Kritik oder sie suchten über Personalvertreter Unterstützung. Auch die Landespolizei soll bei Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) vorstellig geworden sein.

Aus den Reihen der 125 LfA-Beschäftigten wurde in erster Linie Kritik am Führungsstil Döhrings geäußert. Von Seiten der Polizei, die in Boostedt eine Wache betreibt und im Landesamt mit acht Beamten Rückführungen unterstützt, wurde der Vorwurf erhoben, Döhring sei nicht entscheidungsfreudig, schnell überfordert und habe bei der Führung der Behörde keine klare Linie.

Eine Bewertung, zu der offenkundig auch die Führung des Innenministeriums gelangt ist: Im Sommer, kurz nachdem Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU) sich über unsere Zeitung hilfesuchend an die Öffentlichkeit gewandt hatte ("Wir fühlen uns alleingelassen") und eine Reduzierung der Migrantenzahlen in der Landesunterkunft eingefordert hatte, formulierte das Ministerium einen Arbeitsauftrag an das Landesamt. Im Kern ging es darum, die Belegung in der Boostedter Unterkunft bis Ende Oktober auf maximal 900 Bewohner zu reduzieren. Dazu sollte die Zahl der Abschiebungen, Rückführungen und freiwilligen Ausreisen deutlich erhöht werden. Das LfA sollte entsprechende Maßnahmen entwickeln und sie umsetzen. "Geschehen ist aber nichts, weder konzeptionell noch praktisch", bilanziert ein ranghoher Beamter.

Am Montag vergangener Woche wurde nach Informationen der Kieler Nachrichten bei einem Gespräch zwischen Staatssekretär Geerdts und Döhring dessen Ablösung vereinbart. Zum 1. Januar wechselt Döhring als Referatsleiter in die Abteilung Integration und Zuwanderung des Ministeriums. Die Einigung war diesmal einvernehmlich – anders als noch im August 2010. Damals wollte der seinerzeit für das Landesamt zuständige Justizminister Emil Schmalfuß (parteilos) schon einmal den Chef des LfA ablösen. Döhring wehrte sich und zog vor das Verwaltungsgericht Schleswig. Die Hintergründe wurden seinerzeit nicht bekannt. Auch Schmalfuß wollte den Behördenleiter ins Ministerium abordnen. Letztlich konnte der LfA-Chef den unfreiwilligen Wechsel abwenden. Ein zweites Mal stand der gelernte Jurist während der Hochphase der Flüchtlingskrise 2015 intern in der Kritik. Damals war Döhring die Gesamtverantwortung entzogen und Joachim Gutt als Leiter einer besonderen Aufbauorganisation Flüchtlinge unter Führung der Polizei übertragen worden.

Eine offizielle Begründung für die Ablösung Döhrings gab es am Dienstag nicht. Die Leitung des Landesamtes übernehme zunächst Döhrings Stellvertreter Dirk Gärtner. Die Stelle soll neu ausgeschrieben werden.

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