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Schleswig-Holstein Diebesbande spioniert Barmissen aus
Nachrichten Schleswig-Holstein Diebesbande spioniert Barmissen aus
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09:01 06.02.2017
Von Heike Stüben
Hier wohnen alte Leute, lohnenswertes Objekt, bereits ausgeraubt: Mit diesen Gaunerzinken bereiten Diebesbanden ihren Raubzug vor. Die hier dargestellten sind dabei nur Beispiele. Die Zeichen variieren von Bande zu Bande und von Land zu Land. Quelle: Archiv

Eigentlich ist es der Neugestaltung einer Auffahrt zu verdanken, dass die Geheimzeichen entdeckt wurden. „Nachdem unsere Auffahrt fertig war, haben wir auch unseren Briefkasten wieder aufgestellt“, berichtet eine Hausbesitzerin in Barmissen, die lieber anonym bleiben möchte. „Am nächsten Morgen sah ich dann auf dem Kasten drei Punkte, die mit einem Lackstift aufgetragen waren. Weiter unten war noch ein Zeichen eingeritzt.“ Da die Markierungen am Nachmittag zuvor noch nicht da waren, war sofort klar, dass sie jemand über Nacht angebracht haben muss. „Das fand ich schon unheimlich, denn ich hatte sofort den Verdacht, dass es Gaunerzinken sein könnten.“

 Die Frau recherchierte und fand heraus, dass die Einbrecher mit diesen Zeichen Häuser kennzeichnen, in denen sich ein Einbruch lohnt. „Ich habe sofort die Polizei angerufen und dann die Nachbarn informiert.“ Natürlich habe man sich daraufhin im Dorf umgeschaut. „Vor allem dort, wo die Bewohner nicht zuhause waren“, erzählt der direkte Nachbar, ein junger Familienvater. Und tatsächlich wurden weitere Zeichen entdeckt: So wurde ebenfalls mit einem Lackstift ein Rasenkantenstein mit zwei Strichen versehen – als Botschaft, dass in dem Haus zwei alte Menschen leben. Weitere Zeichen wurden mit einem scharfen Werkzeug eingeritzt, und zwar an einer Hauswand, einer Mülltonne und an einem Laternenpfahl. „Das Gruselige ist, dass die Aussagen der Zeichen tatsächlich auf die Bewohner der Häuser zutreffen“, sagt der Familienvater, „da muss jemand die Bewohner tatsächlich beobachtet haben.“

 Die Polizei hat sich die Zeichen angesehen, sie fotografiert und den Bewohnern geraten, die Zeichen unkenntlich zu machen. „Wir nehmen das sehr ernst und werden verstärkt in dem Bereich Streife fahren“, sagte ein Polizeisprecher und fügt hinzu; „Die Bewohnerin war sehr aufmerksam und hat sich absolut richtig verhalten, indem sie uns sofort informierte.“

 In Barmissen wurde als Sofortmaßnahme die Straßenbeleuchtung auch nachts eingeschaltet. Außerdem halten die Bewohner die Augen offen und beobachten stärker als sonst, ob sich Unbekannte im Dorf aufhalten.

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