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Schleswig-Holstein Luftig leben im Dachgeschoss
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14:47 17.05.2018
In Kopenhagen sind viele Dachgeschosse von Altbauten zu attraktiven Wohnungen mit Dachterrassen ausgebaut. Quelle: sd
Kiel

Mit dem massiven Ausbau von Dachgeschossen will der Eigentümerverband Haus & Grund den Wohnungsmangel in Schleswig-Holstein vor allem in größeren Städten eindämmen. Auf diese Weise konnten nach Schätzungen des Landesverbandsvorsitzenden Alexander Blažek allein in Kiel relativ schnell 5000 bis 7000 neue Wohnungen entstehen. Für Hamburg habe eine Studie ein Potenzial von 75000 Wohnungen ergeben, sagte Blažek am Donnerstag in Kiel. Bundesweit könnten es 1,5 Millionen Wohnungen sein. Blažek schlug nach Hamburger Vorbild mehrere Änderungen an der Landesbauordnung vor, um das Vorhaben zu erleichtern.

Holz als konstruktiven Werkstoff zulassen

So sollte Holz als konstruktiver Werkstoff auch für Bauvorhaben mit einer Höhe von bis zu 22 Metern zugelassen werden. Holz habe bei Aufstockungen statische Vorteile, sagte Blažek. Er regte zudem an, auf die Nachrüstung von Aufzügen zu verzichten, wenn zusätzlicher Wohnraum durch Änderung des Dachgeschosses oder durch Aufstockung zum Beispiel eines fünften Geschosses entsteht. Darüber hinaus sollte bei Schaffung neuen Wohnraums eine Stellplatzabgabe wegfallen. Diese Frage könne der Markt regeln. Berlin verzichte bereits seit 15 Jahren auf eine Stellplatzabgabe, und dies habe sich bewährt.

Blažek setzte sich auch dafür ein, den Dachgeschossausbau so zu fördern wie den Bau von Sozialwohnungen. Zudem sei die Förderung bisher zu kompliziert. "Das ganze Verfahren müsste vereinfacht werden", sagte Blažek.

Innenministerium zeigte sich aufgeschlossen

Das für den Wohnungsbau zuständige Innenministerium zeigte sich grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber den Anregungen von Haus & Grund. Die konkreten Vorschläge müssten aber noch geprüft werden, zum Beispiel im Hinblick auf den Einsatz von Holz, sagte ein Sprecher. Im Übrigen hätten die Jamaika-Partner CDU, Grüne und FDP bereits im Koalitionsvertrag vereinbart, flexiblere Regelungen zu Gebäudehöhe und Stellplatzabgabe zu treffen. So könnten Kommunen eigenverantwortlich über Stellplatzabgaben entscheiden.

"Die Landesregierung hat bereits in ihrem Koalitionsvertrag deutlich gemacht, dass verbesserte Möglichkeiten zur Nachverdichtung geschaffen werden sollen", erläuterte Minister Hans-Joachim Grote. Insofern gehe der Vorstoß von Haus & Grund in die gleiche Richtung. Zum Teil seien die Vorschläge auch schon erfüllt, wie beispielsweise die Unterstützung des Dachgeschossausbaus mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung.

Nach Angaben von Haus & Grund gibt es in Schleswig-Holstein fast 1,5 Millionen Wohnungen. Die 68 000 Mitglieder des Verbandes sind demnach Eigentümer von 321 000 dieser Wohnungen.

Von lno

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