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Schleswig-Holstein Datenschützerin warnt vor Fitness-Apps
Nachrichten Schleswig-Holstein Datenschützerin warnt vor Fitness-Apps
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08:00 15.06.2017
Von Heike Stüben
Herzschlag und Stimmfrequenz: „Diese Angaben interessieren auch zunehmend Versicherer und Unternehmen“, warnt die Landesdatenschutzbeauftragte Marit Hansen. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Eine Gesundheits-App ist schnell auf dem Smartphone installiert. Oder Nutzer verwenden dafür elektronische Armbanduhren wie die Smart Watch oder Fitness-Armbänder. Solche „Wearables“ können viele Informationen über die Gesundheit liefern – von der täglichen Schrittzahl bis zur Herzfrequenz. Das Ziel: Gesundheitsbewusstsein schaffen und eine gesunde Lebensweise fördern.

„Diese Angaben interessieren aber auch zunehmend Versicherer und Unternehmen, weil sich damit interessante Geschäftsfelder auftun“, sagt Hansen und berichtet von Firmen, die ihre Mitarbeiter schon bei der Einstellung mit einer Smartwatch samt App ausrüsten. Wer damit eine Mindestanzahl von Nächten mit ausreichendem und gutem Schlaf nachweisen kann, wird mit einem Bonus belohnt. Motto: Ausgeschlafene Mitarbeiter sind leistungsfähiger. Selbst wenn den Mitarbeitern überlassen bliebe, ob sie ihre Daten an den Arbeitgeber weitergäben, sieht Hansen die Gefahr des sozialen Drucks: Wer nicht mitmacht, könnte schnell außen vor sein oder in Verdacht geraten, gesundheitliche Probleme zu verbergen.

Oft, so Hansen, bleibt unklar, wer vom Hardware-Hersteller über App-Betreiber und App-Shop-Anbieter bis zu anderen Dienstleistern wofür zuständig sei und wer die Daten wie und wie lange nutze. „Wer denkt, bei Fitness-Trackern und Smart Watches seine eigenen Daten stets unter Kontrolle zu haben, liegt leider meistens falsch“, so das Fazit. „Wer kostenlos eine Gesundheits-App bekommt, sollte sich immer fragen: Welches Geschäftsmodell steckt dahinter?“ Hansen fordert, dass die Fitnessdaten nur lokal verarbeitet werden und dass von Anfang an der Datenschutz eingebaut wird. „Solche sicheren Apps könnte man in Pilotprojekten im Land entwickeln und so auch Exportschlager schaffen.“

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