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Deutsche und Dänen feiern gemeinsam

Grenzziehung Deutsche und Dänen feiern gemeinsam

Was vor fast 100 Jahren trennte, soll in zwei Jahren gemeinsam gefeiert werden: Der Jahrestag der Volksabstimmung in Schleswig zum deutsch-dänischen Grenzverlauf im Jahr 1920 wird schon jetzt von den Regierungen auf beiden Seiten der heutigen Grenze geplant.

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Heute herrscht gute Nachbarschaft zwischen Dänemark und Deutschland: 2020 steht das Jubiläum der Grenzziehung an.

Kiel. Ziel der Landesregierung sei es, zahlreiche Projekte gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Gesellschaft und Kultur in Deutschland und Dänemark zu initiieren, teilt die Staatskanzlei mit. „Die Volksabstimmung gilt als Geburtsstunde der deutschen Minderheit in Dänemark und der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein in ihrer heutigen Form“, sagt Staatssekretär Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei. „Wir wollen zeigen, wie vielfältig Schleswig-Holstein unter der Bewahrung der kulturellen Identität einer Grenzregion ist. Das Land ist stolz auf seine nationalen Minderheiten.“

Geplant sei daher keineswegs ein historischer Rückblick. Stattdessen schaue ein „2020“-Komitee nach vorne. Schrödter übernimmt mit Landtagsdirektor Utz Schliesky die Federführung. Genaue Inhalte wurden aber noch nicht bekannt. „Wir sind jetzt an den Start gegangen“, sagte Regierungssprecher Peter Höver. Einen schleswig-holsteinischen Haushaltstitel zur Finanzierung gebe es noch nicht.

Durch die Abstimmung im Jahr 1920, nach Ende des Ersten Weltkrieges, manifestierten sich die Grenzen Schleswig-Holsteins und Dänemarks in der heutigen Form: Bei den Abstimmungen im Februar und März stimmte zunächst eine deutliche Mehrheit in der nördlichen Zone Schleswigs für die Zugehörigkeit zu Dänemark, in der südlichen Zone Mittelschleswig gab es eine deutsche Mehrheit. Aufgrund dessen wurde schließlich der Verlauf der Staatsgrenze ausgehandelt, was lange für Kritik und Irritationen sorgte – und erst langsam mit der Fürsorge für die Minderheiten nach dem Zweiten Weltkrieg abgebaut wurde.

Heute betont auch die dänische Regierung in der Vorbereitung des Jahrestages gemeinsame Sache machen zu wollen – selbst wenn das Jubiläum aus dänischer Sicht als „Wiedervereinigung“ gefeiert wird. Laut Jakob Dahl Klausen vom Kulturministerium werden Unterrichtsmaterialien für verschiedene Altersgruppen erarbeitet sowie eine Veranstaltung an der Oper in Kopenhagen geplant. „Außerdem hat der Südschleswigausschuss 1,5 Millionen Kronen für einen Film bewilligt, der die Bedeutung der Grenzverschiebung für die nationalen Minderheiten in der Umgebung verdeutlicht“, so Dahl Klausen. Der Ausschuss ist in der dänischen Kulturpolitik für die Minderheit verantwortlich.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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