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Schleswig-Holstein Unwetter sorgen für Ausnahmezustand
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20:55 10.05.2018
Ein Auto liegt in Hamburg-Lohbrügge in einer Senke die nach heftigem Regen entstanden ist. Das anliegende Wohnhaus musste wegen der Unterspülung evakuiert werden.  Quelle: Daniel Bockwoldt
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Hamburg

Nach starkem Regen und Gewitter in Hamburg ist die Feuerwehr am Donnerstag zu Hunderten Unwettereinsätzen ausgerückt. Vor allem der Osten der Hansestadt war betroffen: Im Stadtteil Lohbrügge sei die Situation für die Einsatzkräfte besonders prekär gewesen, sagte ein Sprecher. Bis zum frühen Abend wurden dort mehr als 830 Einsätze gemeldet. Neben sechs Zügen der Berufsfeuerwehr halfen mehr als 40 Freiwillige Feuerwehren. Verletzt wurde niemand.

Menschen waren auf überschwemmten Straßen eingeschlossen

Das Unwetter hatte Hamburg am Nachmittag des Vatertags erreicht. Danach seien in Lohbrügge unter anderem mehrere Menschen auf überschwemmten Straßen in Autos eingeschlossen gewesen oder hätten aus unter Wasser stehenden Wohnungen in Sicherheit gebracht werden müssen, sagte der Sprecher. Die Bundesstraße 5 war komplett gesperrt. Im Stadtteil Berne musste die Strecke der U1 über 300 Meter gesperrt und der Bahndamm gesichert werden.

Ein Haus wurde unterspült

Wegen Unterspülung wurde ein Wohnhaus in Lohbrügge mit neun Parteien evakuiert - das Gebäude drohte abzusacken. In einer Tiefgarage trieben Chlorbehälter im Wasser umher. Einen Rollstuhlfahrer brachten die Rettungskräfte aus seiner Wohnung, in der das Wasser mehr als einen halben Meter hoch stand, in Sicherheit. Die Regenmassen sorgten für zahlreiche überflutete Keller. Auch im Unfallkrankenhaus Boberg musste der Keller leer gepumt werden.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Nachmittag in Teilen Hamburgs vor einzelnen schweren Gewittern, Starkregen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter, Sturmböen und großkörnigem Hagel gewarnt.

Schutzschild über dem Hafengeburtstag

Die Veranstalter des 829. Hafengeburtstages hatten derweil Glück: "Es war, als ob ein Schutzschild über dem Hafengeburtstag gelegen hätte", sagte DWD-Meteorologe Robert Scholz. In und um Hamburg kam es zu schweren Gewittern und zahlreichen Feuerwehreinsätzen, doch die Landungsbrücken blieben bis auf einige Regentropfen verschont.

Kieler Feuerwehr hatte Regeneinsätze

Starkregen und Windböen sorgten auch in Kiel am Donnerstag für ein rasches Ende einiger Vatertagsausflüge. Kurz nach 15 Uhr hatte die Unwetterfront mit Gewittern auch den Kieler Westen gestreift. Dabei kam es besonders in den Stadtteilen Russee, Hassee und Mettenhof zu Überschwemmungen. Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Feuerwehr Russee mussten bis 19 Uhr zu vier Einsätzen ausrücken. In der Vaasastraße, Odensestraße und Bergenring hatte der Regen für leichte Überschwemmungen in Gebäuden gesorgt. Einige Straßen waren durch den Regen kurzzeitig überflutet. Unfälle und größere Behinderungen gab es in Kiel aber nicht, wie die Polizeileitstelle mitteilt. Auch die Vatertagsausflügler hat das Wetter kalt erwischt. Die in den vergangenen Jahren aufgetretenen Einsätze durch Ruhestörungen, Schlägereien oder Lagerfeuer blieben im Raum Kiel durch das regnerische Wetter in diesem Jahr aus.  

Riesenhagel in Quickborn

Ab Donnerstagnachmittag seien rund 130 Einsatzkräfte mehrerer Freiwilliger Feuerwehren aus dem Kreis Pinneberg und des Technischen Hilfswerks Barmstedt ausgerückt, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg mit.  "Durch den starken Regen und Hagelschauer mit Hagelkörnern von einem Durchmesser von rund fünf Zentimetern sind zahlreiche Keller vollgelaufen und Straßen überflutet", hieß es. Rund 70 Einsätze waren es bis zum frühen Abend.

 

Häuser in Osteinbek sind unter Wasser

Der Ort Oststeinbek östlich von Hamburg wurde unter Wasser gesetzt. Es sei das größte Hochwasser seit Jahrzehnten, sagte der Sprecher der Feuerwehr, Christian Höft, am Abend. Derzeit gebe es 150 Feuerwehreinsätze gleichzeitig, auch der Katastrophenschutz sei beteiligt. Keller ganzer Straßenzüge seien in dem Ort im Kreis Stormarn überflutet, ein Bahndamm drohe abzurutschen, Trafohäuser stünden unter Wasser. Es gebe Stromausfall. Flüsse würden über die Ufer treten und ein Haus stehe komplett unter Wasser.

Hier sehen Sie Bilder von den starken Gewittern im Norden an Vatertag. 

Von dpa

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