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Schleswig-Holstein Neue Funde aus der Wikingerzeit
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18:49 31.05.2017
Von Heike Stüben
Spektakuläre Grabungsfunde in einem frühmittelalterlichen Gräberfeld in Haithabu bei Schleswig: Der Landesarchäologe Prof. Claus von Carnap-Bornheim präsentiert einen in Gold gefassten Amethyst. Quelle: Ulf Dahl

 Damals hatten die Archäologen ein Männergrab mit einem Schwert und ein Frauengrab mit einem Schmuckstück - einen Goldanhänger ohne Stein - entdeckt. Doch dann mussten die Archäologen nach kurzer Zeit ihre Grabung abbrechen. Sie kennzeichneten die Grabungsgrube und verfüllten sie mit dem Aushub.

Dieser und die darüber liegende Erdschicht wurden nun vorsichtig abgetragen und viel genauer als damals untersucht. Dabei förderte das Team um Grabungsleiter Dr. Sven Kalmring auch die spektakulären Funde zutage: zwei weitere Anhänger aus Gold mit einem geschliffenen Bergkristall und einem Amethyst und vier goldene Perlen, alle extrem fein gearbeitet.

"Auch wenn diese Stücke an verschiedenen Stellen lagen, sind sie eindeutig dem Grab der Frau zuzuordnen. Sie sind etwa 1100 Jahre alt und bildeten mit einem Leder- oder Textilband ein Collier", erklärte Kalmring am Mittwoch, "dieses Schmuckstück zeigt, dass es sich um eine sehr gut gestellte Frau in herausragender Stellung gehandelt haben muss."

Das Grabungsteam hofft nun, mit naturwissenschaftlichen Methoden wie altDNA-Untersuchungen und Isotopen-Analyse mehr über die Frau herauszufinden. Weil aber keine Knochen mehr existieren, setzt man  nun auf Leichensäfte. 

Von den insgesamt 3000 bisherigen Funden sind 804 sofort an Ort und Stelle identifiziert worden - es handelt sich vor allem um Sargnägel und Zähne. Die übrigen Funde wurden erst beim Sieben der abgetragenen Erde entdeckt: Darunter sind Glasperlen, Münzen, Ton- und Keramikscherben aus der Wikingerzeit, aber auch Funde aus späteren Jahrhunderten.

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