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Schleswig-Holstein Kappelner Heringstage zum Abschluss
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18:20 10.05.2018
Carsten Kamperdicks (l) und Vater Ehrenfried, beide aus Holzminden in Niedersachsen angereist, angeln am Schleiufer in Kappeln auf Hering. Mit den Kappelner Heringstagen endet die Heringsangelsaison. Quelle: Markus Scholz
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Kappeln

In den vergangenen Wochen ist es ein vertrautes Bild an den Häfen in Flensburg und Kappeln, an der Kieler Förde und dem Nord-Ostsee-Kanal gewesen: Zum Teil dicht gedrängt standen hier die Angler, die einen Hering nach dem anderen aus dem Wasser zogen. 2Es war eine gute Saison", sagte der Geschäftsführer des Landessportfischerverbandes, Robert Vollborn. Zwischen März und Mai ziehen die Heringe in großen Schwärmen in die Laichgebiete an den Küsten. Für Heringsangler ist dies die beste Zeit. Und sie lockt viele Angeltouristen nach Schleswig-Holstein. Jährlich zahlen rund 75 000 Angler aus Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern die hiesige Fischereiabgabe.

Krönung der Saison sind die Kappelner Heringstage, die traditionell am Himmelfahrtswochenende veranstaltet werden. Eine Besonderheit ist die Heringswette, bei der geladene Gäste das Gewicht des Fischfangs im Heringszaun schätzen müssen. Wer an dem realen Fangergebnis am dichtesten dran ist, wird für ein Jahr Heringskönigin beziehungsweise Heringskönig von Kappeln. Noch amtierender Heringskönig ist Landesbischof Gerhard Ulrich.

Heringszaun aus dem 15. Jahrhundert

In der Schlei in Kappeln steht noch ein Heringszaun, der als der letzte funktionstüchtige in Europa gilt. Inzwischen wird er aber nicht mehr wirtschaftlich genutzt. Der Ursprung des Kappelner Heringszauns geht bereits auf das 15. Jahrhundert zurück. Damals standen diese Flechtzäune dicht an dicht mitten in der Schlei. Die für die Heringe undurchdringbaren Mauern laufen trichterförmig zu. Am schmalen Ende des Zaunes befindet sich ein Netz, in dem die Fische gefangen werden, wie die Organisatoren der Heringstage auf ihren Internetseiten schreiben.

Wie viele Heringe tatsächlich diese Saison in Schleswig-Holstein geangelt wurden, konnte Vollborn nicht sagen. "Konkrete Fangmengen werden nicht erfasst." Die Angler müssten ihren Fang ja nicht melden. Anders als die Berufsfischer sind Angler nicht von einer Quote betroffen. "Das wäre auch nicht kontrollierbar", sagte Vollborn. Bei einigen Fischarten wie dem Dorsch gebe es maximale Tagesfangmengen, der Hering sei davon aber nicht betroffen. Um die Fischbestände zu schützen, hält Vollborn Mindestmaße und Schonzeiten aber für die besseren Instrumente.

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Sehen Sie hier noch mehr Bilder vom Eröffnungstag der 40. Heringstage in Kappeln an der Schlei.

Von dpa

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