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Schleswig-Holstein Osterrönfeld schafft die Hundesteuer ab
Nachrichten Schleswig-Holstein Osterrönfeld schafft die Hundesteuer ab
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08:01 16.10.2018
Von Heike Stüben
Für Marcus Börner, Geschäftsführer des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein, ist der Parson Russel Terrier ein verlässlicher und notwendiger Partner bei der Jagd. Weil die Arbeit des Hundes auch der Allgemeinheit zugute kommt, fordert Börner, ausgebildete Jagdhunde von der Hundesteuer zu befreien. Quelle: Frank Peter
Kiel

In Osterrönfeld müssen Herrchen und Frauchen ab 2019 keine Hundesteuer mehr zahlen. Der Gemeinderat findet: "Es ist ungerecht, Hunde als einzige Haustiere zu besteuern."Doch viele Gemeinden sagen, sie können nicht auf diese Einnahme verzichten. Die Hundesteuer spült in Schleswig-Holstein jährlich rund 20 Millionen Euro in die Gemeindekassen.

„Hundesteuern gehören zu den wenigen Steuern, die den Gemeinden noch geblieben sind. Diese raren Steuergestaltungsrechte müssen erhalten bleiben“, findet auch Jörg Bülow, Geschäftsführender Vorstand vom Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag.

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Klamme Gemeinden, die vom Land Hilfe beanspruchen, müssen ohnehin Hundesteuer in Höhe von 120 Euro im Jahr erheben, sonst gibt's weniger Geld. Hunde, die allein der Einkommenserzielung dienen, dürfen aber nicht besteuert werden.

So unterschiedlich hoch ist die Hundesteuer in Schleswig-Holstein

Forderung: Keine Hundesteuer für Jagdhunde

Einige Gemeinden gewähren für bestimmte andere Hunde eine Ermäßigung - auch für die Vierbeiner ehrenamtlicher Jäger. Dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein reicht das nicht. Er fordert die komplette Steuer-Befreiung für die 11000 ausgebildeten Jagdhunde.

Schließlich würden die Jäger jeweils  bis zu 2000 Stunden in Ausbildung und Training investieren und die Vierbeiner für die Allgemeinheit wichtige Aufgaben erfüllen - etwa bei der Nachsuche, wenn Wild  bei einem Verkehrsunfall verletzt wird, oder bei der vom Land geforderten verstärkten Regulierung der Wildschweinbestände.

Doch im Innenministerium heißt es: Entweder verzichtet eine Gemeinde komplett auf die Hundesteuer. Oder sie erhebt die Steuer - dann müssen auch ehrenamtliche Jäger zahlen. Nur für die Tiere der Berufsjäger gelte die Steuer nicht.

Hundeführerschein statt Hundesteuer?

Für viele Hundehalter steht ohnehin fest: Die Hundesteuer gehört abgeschafft. „Es ist einfach ungerecht, wenn in Schleswig-Holstein Pferde von der Steuer befreit werden und Hunde nicht. Zumindest der erste Hund muss frei sein“, findet Sibylle Hatt aus Kiel. Andere verweisen auf den hohen Stellenwert eines Hundes gegen Vereinsamung und zur Gesundheitsförderung.

Auch für die Verhaltensbiologin Dr. Katrin Umlauf aus Damp ist die Hundesteuer längst überholt. Die sei einst in England als Luxussteuer eingeführt worden. "Längst sind Hunde aber Familienmitglieder mit wichtiger sozialer Funktion“, sagt die Referentin für Hunde beim Deutschen Tierschutzbund. Viel sinnvoller als die Hundesteuer sei es für das konfliktfreie Zusammenleben von Mensch und Vierbeiner, einen Hundeführerschein zur Pflicht zu machen.

Hundesteuer erhöhen statt abschaffen

Tobias Raschke , Familienvater aus Kiel, fordert hingegen eine Erhöhung der Hundesteuer, um die Kosten der Hundekot-Entsorgung und für die Durchsetzung der Leinenpflicht zu finanzieren.

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