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Schleswig-Holstein Illegaler Shisha-Tabak boomt im Norden
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10:32 24.10.2018
Von Bastian Modrow
Wasserpfeife-Rauchen wird bei jungen Menschen immer beliebter. Experten warnen vor den gesundheitlichen Risiken. Quelle: Soeren Stache
Kiel/Hamburg

Erst in der vergangenen Woche waren Zoll und Polizei zu einer Razzia in der Nähe von Eckernförde ausgerückt: Im Zuge eines Ermittlungsverfahrens gegen einen 44 Jahre alten Mann aus Mecklenburg-Vorpommern waren mehrere Wohn- und Geschäftsräume sowie ein Resthof durchsucht worden. „Es geht um die gewerbsmäßige und bandenmäßig organisierte Herstellung von Wasserpfeifentabak sowie dessen Ver- und Ankauf“, sagte Oberstaatsanwältin Claudia Lange. Nach Informationen von KN-online geht es allein in diesem Fall um einen Steuerschaden von 1,5 Millionen Euro.

147 Großverfahren, bei denen es um Herstellung und Verkauf von teilweise 30 und 40 Tonnen illegalen Shisha-Tabak geht, hat es laut Zollfahndungsamt zuletzt gegeben – doppelt so viele wie noch 2014. Die Tendenz: weiterhin steigend. „Die kleineren Verfahren, bei denen es um Straßenverkaufsmengen von 20 Kilogramm geht, gehen in die Tausende“, sagt Zollfahnder Franke.

Das Geschäft floriert, das Rauchen von Wasserpfeifen wird trotz der gesundheitlichen Risiken immer beliebter. „Vor allem bei Jugendlichen liegt Shisha-Rauchen im Trend, aber auch Migranten wollen auf den Tabakkonsum nicht verzichten“, so der Ermittler. In vielen arabischen Ländern ist Wasserpfeife-Rauchen eine Tradition.

Christian Kohl vom Gesundheitsministerium in Kiel appelliert, grundsätzlich auf den Konsum zu verzichten: „Tabakrauch ist giftig – auch aus einer Wasserpfeife.“ Schlimmer noch: Durch das üblicherweise lange Rauchen einer Wasserpfeife nimmt der Körper sogar deutlich mehr Nikotin auf als bei einer normalen Zigarette. Laut der Weltgesundheitsbehörde soll eine Shisha-Sitzung genauso schädlich sein wie das Rauchen von 100 filterlosen Zigaretten. Der Grund dafür ist, dass das Wasser die giftigen Gase nicht filtern würde.

115 Tonnen illegalen Wasserpfeifen-Tabak haben die Zollfahnder 2017 bei Razzien beschlagnahmt. „Wir werden den Kontrolldruck weiter erhöhen“, kündigt Franke an. Und nicht nur das: Verstärkt wollen sich die Ermittler auch im Internet auf die Lauer legen, um es Kriminellen schwerer zu machen, unentdeckt große Mengen an Zutaten für die Herstellung von Shisha-Tabak bestellen zu können.

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