Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Kleingärtner klagen über Zuwanderer
Nachrichten Schleswig-Holstein Kleingärtner klagen über Zuwanderer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 17.07.2018
Von Karen Schwenke
In den Kleingärten treffen die unterschiedlichsten Kulturen aufeinander. Nicht immer geht das reibungslos ab. Quelle: Sven Janssen
Kiel

"Ein Teil der Mitglieder mit ausländischen Wurzeln hält sich nicht an die Regeln und verdrängt alteingesessene Kleingärtner aus ihren Parzellen", sagt Axel Zabe, Vorsitzender des Kieler Kleingartenvereins von 1897. In einigen Anlagen dieses Vereins liege der Anteil an Migranten bei 60 Prozent, in anderen Kieler Anlagen liegt er nach Angaben des Kreisverbandes Kiel bei bis zu 80 Prozent. Zabe kündigte an, "in bestimmten Anlagen" keine Ausländer mehr aufnehmen zu wollen.

"In den Kleingärten funktioniert die Integration nicht", klagt auch Hansheinrich Gräfe, Vorsitzender des Kreisvereins Neumünster. "Bei uns ballt sich das Problem, und die Politik lässt uns damit im Stich." Besorgt äußert sich der Kieler Vorsitzende Zabe über Verstöße gegen die städtische Gartenordnung, wonach die Haltung von Kleintieren, das Schächten von Tieren und Grillen auf offenem Feuer verboten sind. "Einige leben hier ihre Kultur, ohne sich anzupassen." Nur zehn Prozent der Mitglieder mit Migrationshintergrund würden sich in die gemeinschaftliche Arbeit zur Pflege der Anlage einbringen. "Wir möchten sie einbinden, aber sie wollen es nicht."

Die Integration von Zuwanderern sei ein großes Thema unter Kleingärtnern, bestätigt auch Thomas Kleinworth, Geschäftsführer des Landesverbandes Schleswig-Holstein: "Es gibt Probleme. Wir haben über 80 verschiedene Nationen in den Kleingärten." Am stärksten vertreten seien türkischstämmige Familien und Spätaussiedler aus dem Osten; auch aus den Balkanländern gebe es viele Kleingärtner. Grundsätzlich stehe man diesen Pächtern positiv gegenüber. "Ohne sie gäbe es im Land deutlich weniger Kleingärten. Sie bringen neue Sorten in die Beete und gärtnern sehr gern. Wir Deutschen haben das verlernt. Daher ist der Mensch mit Migrationshintergrund ein wichtiger Kunde für uns." Der Verband rate den Vereinen, Gettobildungen zu vermeiden, sagt Kleinworth.

Das Problem ist nicht neu: 2011 machte der Norderstedter Kleingartenverein bundesweit Schlagzeilen, als er eine Migrantenquote einführen wollte. In einem bisher nicht aktualisierten Bericht der Landesregierung zur Situation des Kleingartenwesens hieß es 2013, dass der Integrationsprozess "nicht immer problemlos verläuft". Von Streitigkeiten über die Regeln in Folge von Verständigungsproblemen war schon damals die Rede.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Schulzentrum Bargteheide, der Marktplatz von Preetz oder der Strand in Möltenort wurden bereits von den Polizeidirektionen zu gefährlichen Orten erklärt. Die Bezeichnung erlaubt Identitätskontrollen vor Ort. Trotz zehn gefährlicher Orte, sei es laut Polizei nicht unsicherer geworden im Norden.

Niklas Wieczorek 17.07.2018

Die Verfolgungsjagd zu Fuß endete am Silvestertag 2017 in Wahlstedt damit, dass die Polizei einem Flüchtenden ins Bein schoss. Seit Montag wird das Geschehen vor dem Landgericht in Kiel verhandelt. Was jetzt schon feststeht: Dem dramatischen Geschehen voran gingen einige Missverständnisse.

Stephan Ures 16.07.2018

Die meisten Menschen stellen sich Australien als ein Land mit ewigem Sommer und großer Hitze vor. Dass es dort aber auch richtig ungemütlich werden kann, wissen wohl nur diejenigen, die den australischen Winter schon einmal erlebt haben - wie unsere Weltenbummlerin Sanna Grenzbach.

16.07.2018