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Schleswig-Holstein „Die wenigsten Ärzte fahren Porsche“
Nachrichten Schleswig-Holstein „Die wenigsten Ärzte fahren Porsche“
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07:00 21.06.2018
Von Bastian Modrow
Thomas Maurer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Schleswig-Holstein, stellt sich den Fragen von KN-online.  Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Frage: Herr Maurer, Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister kämpft für eine Abschaffung der Budgets, die seit 25 Jahren die Einnahmen der Ärzte deckeln. Wer hat die eigentlich festgelegt?

Thomas Maurer: Vereinfacht erklärt: Die Krankenkassen bezahlen für alle Versicherten und nahezu alle Behandlungen eine feste Summe, damit ist alles abgegolten. Das wäre das Gesamtbudget. Die Kassenärztliche Vereinigung muss dann diese Gesamtsumme auf alle Ärzte und alle Behandlungsfälle verteilen, egal wie viele Behandlungen notwendig werden. Das ergibt für Hausärzte im Schnitt etwa 45 Euro pro Patient alle drei Monate für etwa 850 Patienten, das Individualbudget.

Was bedeutet dies für einen niedergelassenen Hausarzt?

Je mehr, intensiver und länger wir uns um jeden Patienten kümmern, desto schlechter wird unser Stundenhonorar. Eine absolut absurde Situation.

Nicht wenige Menschen meinen dennoch, Ärzte würden auf sehr hohem Niveau klagen. Wie kontern Sie?

Sicher gehören Ärzte zu den Besserverdienern. Das ist auch richtig so. Bevor ein Arzt verantwortlich selbstständig arbeiten darf, hat er mindestens sechs Jahre Studium und fünf Jahre Facharztweiterbildung absolviert. Meistens ein paar Jahre mehr. Dafür soll er dann hoch kompetente ärztliche Leistung mit hoher Verantwortung 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche möglichst ohne Wartezeit liefern. Das muss auch in Relation zu einem Nine-to-five-Job entsprechend honoriert werden. Übrigens, die wenigsten Ärzte fahren Porsche, die fallen nur mehr auf.

Einen Kommentar von Bastian Modrow zum Arztbudget finden Sie hier.

Das vollständige Interview lesen Sie am Donnerstag in den Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung. 

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