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Schleswig-Holstein Jäger schossen fast 20 000 Wildschweine
Nachrichten Schleswig-Holstein Jäger schossen fast 20 000 Wildschweine
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08:00 25.09.2018
Von Stephan Ures
Bundesweit wurden innerhalb eines Jahres 820 000 Wildschweine erlegt. Quelle: DJV / Julia Kauer
Kiel

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes schossen sie im Zeitraum zwischen Anfang April 2017 bis Ende März 2018 rund 19500 Wildschweine – fast ein Viertel mehr als in der Vorsaison. „Die Jäger haben ihre Hausaufgaben gemacht“, kommentierte der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes, Wolfgang Bethe.

Jagd war flächendeckend

Regionale Schwerpunkte habe es in Schleswig-Holstein nicht gegeben, sagte Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes. „Die Wildschweinjagd war flächendeckend“, sagte er und fügte hinzu: „Wir lassen nicht nach in unseren Bemühungen.“ Der Mais als Futter für das Schwarzwild sei jetzt zwar weitgehend abgeerntet, aber auch Eicheln habe dieser Sommer reichlich gebracht, sodass die Tierbestände weiterhin gute Bedingungen vorfänden.

Auch bundesweiter Rekord

Mit 820 000 erlegten Wildschweinen wurde auch bundesweit eine Rekordmarke erreicht. Sie entspricht einer Steigerung von knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die Jäger haben die politische Forderung eindrucksvoll umgesetzt“, erklärte Bethe. Die intensivere Bejagung des Bestandes war bei einer nationalen Präventionskonferenz im Bundeslandwirtschaftsministerium im Februar vereinbart worden. Das Bundeskabinett brachte auch eine Lockerung des Bundesjagdgesetzes auf den Weg. Nach den Worten von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) stehe das Gesetzesvorhaben kurz vor dem Abschluss.

Vorsichtsmaßnahmen gegen Seuche

Wie wichtig die Vorsichtsmaßnahmen seien, habe der jüngste Fund von infizierten toten Wildschweinen in Belgien gezeigt, betonte auch Wolfgang Heins. Die Tiere waren nur 60 Kilometer vor der deutschen Grenze entdeckt worden. Bislang war die Seuche nicht weiter als bis in den Osten Polens und der Tschechischen Republik vorgedrungen, jeweils rund 300 Kilometer von Deutschland entfernt.

Auf natürlichem Weg, also durch Ansteckung im Tierbestand, breitet sich die Seuche nach Angaben des Jagdverbandes nur um etwa 20 Kilometer pro Jahr aus. Heikel sei die Verbreitung durch den Verkehr. „Ein achtlos weggeworfener Rest infizierter Rohwurst reicht schon aus, um Schweine anzustecken“, warnte Bethe, der zugleich als Veterinär tätig ist. Deshalb fordern die Jäger unter anderem Biosicherheit an Parkplätzen, Bahnhöfen und Grenzübergängen, etwa durch verschließbare Abfallbehälter. Die Krankheit verläuft innerhalb einer Woche fast immer tödlich. Auf Menschen ist sie nicht übertragbar.

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