Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Mehr als 40 Wildunfälle pro Tag
Nachrichten Schleswig-Holstein Mehr als 40 Wildunfälle pro Tag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 23.10.2018
Von Bastian Modrow
Gefährlicher Herbst: Polizei und Jäger warnen vor der deutlich erhöhten Gefahr von Wildunfällen in der dunklen Jahreszeit. Quelle: fotolia
Kiel

Laut Statistikamt des Bundes hat es im vergangenen Jahr 2551 Wildunfälle gegeben, bei denen Personen zu Schaden gekommen sind. Einer am Montag veröffentlichten Untersuchung zufolge sind 2017 bundesweit zehn Menschen ums Leben gekommen, 606 Personen wurden schwer und 2308 leicht verletzt. Die meisten Wildunfälle ereigneten sich 2017 in Bayern und Niedersachsen. In Schleswig-Holstein wurden 144 Fälle gezählt – ein Wert auf Vorjahresniveau. Zwar gab es laut Statistikamt 2017 keine Toten bei Wildunfällen (2016: eine Person), dafür stieg die Zahl der Schwerverletzten um die Hälfte auf 30 an.

Unterschätzte Gefahr

Laut Polizei wird das Ausmaß von Wildunfällen häufig unterschätzt. Bereits ein Reh, das mit 20 Kilogramm Gewicht zu den kleineren Wildarten zählt, habe bei einer Kollision mit einem Auto bei Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von knapp einer halben Tonne. Sehr viel größere Kräfte wirken entsprechend bei einem Unfall mit Damwild, das es auf 60 Kilo Gewicht bringt, Schwarzwild (100 Kilo) oder Rotwild (200 Kilo).

Mehr als 15 000 Wildunfälle zählte die Landespolizei in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr – besonders häufig in den Monaten Oktober und November, wie Behördensprecher Dennis Schneider vorrechnet. In beiden Monaten zählten die Beamten jeweils 1730 Kollisionen. „Für das laufende Jahr erwarten wir wieder Zahlen in vergleichbarer Größenordnung“, so Schneider. Rechnerisch gibt es in Schleswig-Holstein täglich mehr als 40 Wildunfälle. Die Zahl der durch Fahrzeuge gestreckten Tiere ist gewaltig: Laut Landesjagdverband wurden im vergangenen Jahr 13 150 Stück Rehwild getötet, 470 Wildschweine, 1390 Stück Dam- und 110 Stück Rotwild.

Unfallgefahr besonders hoch

Der Hamburger Wildtierexperte Andreas Kinser warnt, dass die Gefahr für Wildunfälle in diesem Jahr sogar noch höher ist als in den Vorjahren. „Nach dem heißen Sommer tragen die Eichen, die häufig am Rand von Straßen wachsen, übermäßig viele Früchte. Was davon herunterfällt, lockt viele Wildtiere direkt auf die Fahrbahn, so Kinser.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tödlicher Verkehrsunfall auf dem Grundstück einer Senioren- und Pflegeeinrichtung in Langballig (Kreis Schleswig-Flensburg): Der Fahrer eines Kleinlasters übersah am Montag beim Rückwärtsfahren einen 57 Jahre alten Mann und überfuhr ihn. 

22.10.2018

Beunruhigende Zahlen: Bei Kontrollen von Lastwagen und Bussen in Schleswig-Holstein hat die Polizei in der vergangenen Woche mehr Verstöße festgestellt als bei vergleichbaren Aktionen in der Vergangenheit.

22.10.2018

Der Bahn fehlen im Norden Lokführer: Vor allem im Osten Schleswig-Holstein fielen deshalb über Wochen Züge aus. Aber auch auf der Sylt-Strecke gibt es Probleme. Deshalb setzt die Bahn auch auf Quereinsteiger. Viele erfüllen sich so einen Kindheitstraum.

22.10.2018