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Schleswig-Holstein Eine Havarie mit Signalwirkung
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16:31 29.10.2018
Von Frank Behling
Einigkeit beim Küstenschutz. Hans-Werner Monsees (Leiter Havariekommando), Umweltminister Jan Philipp Albrecht und Johannes Oelerich (Leiter Küstenschutzbehörde/Umweltministerium, von links) vor dem Mehrzweckschiff „Odin“. Quelle: Frank Behling
Husum

"Ohne die ‚Pallas‘ hätten wir dies alles sicher nicht in diesem Umfang erreicht“, so der Umweltminister weiter. Im Hafen von Husum lagen am Jahrestag die neuen Mehrzweckschiffe „Öland“ und „Hooge“ des Landes. An Land wurden Kettenfahrzeuge, der schwere Tatra-Truck sowie Ölsperren gezeigt. 

Dramatik wurde lange unterschätzte

„Wir dachten auch 1998, wir wären gut ausgerüstet. Wir hatten Ölsperren, Boote und Erfahrungen mit Ölsperren. Doch dann wurden wir überrascht“, erinnert sich Johannes Oelerich, der heutige Leiter der obersten Wasserbehörde im Umweltministerium wurde 1998 als junger Mitarbeiter des Staatlichen Umweltamtes über Nacht zum Einsatzleiter. Der damalige Amtsvorgänger von Minister Albrecht hatte die Dramatik der Lage auch unterschätzt und lange gezögert. „Es war ja nur eine kleine Menge Öl. Die ökologischen Folgen für das Wattenmeer selbst waren ja auch eher gering. Mit Ausnahme der Vögel“, sagte Albrecht. 

"Pallas" traf große Vogelgebiete

Zwischen 100 und 200 Tonnen Öl waren am Anfang ausgelaufen. „Zum Vergleich, bei einem Ölunfall im Juni 1996 waren es über 1000 Tonnen, die wir auf die Stränge bekamen“, erinnerte sich Oelerich. Doch die „Pallas“ hatte durch ihre Position große Vogelgebiete getroffen. 16 000 Tiere starben. 

Bei der Bekämpfung von Ölunfällen war die See im November der größte Feind. Wenn Öl im Wasser schwimmt, lässt es sich kaum bekämpfen. Weniger als 30 Tonnen konnten 1998 die Spezialschiffe auf See aufnehmen. An Land hingegen wurden in den folgenden Monaten 870 Tonnen Ölsand und 300 Tonnen Öl aufgenommen. 

Die 1971 im finnischen Rauma gebaute "Pallas" war bis zu ihrem Ende in der Stückgutfahrt zwischen der Ostsee und Häfen im Mittelmeer, Nahost und Nordafrika im Einsatz. Das teilweise demontierte Wrack liegt heute noch vor Amrum.

70 Übungen pro Jahr

Hans-Werner Monsees, der Leiter des Havariekommandos, verwies auf die Zusammenarbeit auf See. „Die Kommunikation ist heute besser. Wir haben mit der neuen Struktur mehr Möglichkeiten“, sagte Monsees. 

Mit mehr als 70 Übungen sind die Einsatzkräfte pro Jahr auch im Training. „Wir sind auf den Ernstfall vorbereitet“, sagte Albrecht. Der Minister erinnerte daran, dass jährlich aber auch bis zu 150 000 Schiffe die deutsche Nord- und Ostseeküste passieren. „Dabei ereignen sich pro Jahr über 100 Havarien. Unfälle lassen sich auch nicht vermeiden. Wir tun aber unser Möglichstes, um die Küsten vor den Folgen dieser Unfälle zu schützen“, sagte Albrecht.  

Lesen Sie Frank Behlings Kommentar zur "Pallas".

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