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Schleswig-Holstein Umweltminister: Jäger bleibt anonym
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18:44 16.01.2019
Von Heike Stüben
Das Ministerium lässt derzeit untersuchen, ob es sich bei dem Verursacher um einen Wolf oder um einen Hund handelt. Quelle: Bernd Thissen/dpa (Symbolbild)
Pinneberg

Das Land ist auf den Abschuss des ersten Wolfes seit mehr als 100 Jahren in Schleswig-Holstein vorbereitet: In den nächsten Tagen wird das Ergebnis der DNA-Analyse erwartet. Bestätigt sich, dass der junge Wolfsrüde GW 924 erneut einen Schutzzaun überwunden und Schafe gerissen hat, dann rechnet der Umweltminister mit einem schnellen Verfahren: "Ich gehe davon aus, dass entweder ein betroffener Tierhalter oder ein Verband, der ihn vertreten kann, dann zügig einen Antrag auf Entnahme des Wolfes stellen wird. Das zuständige Landesamt wird diesen Antrag dann schnell genehmigen."

Jäger stehen bereit

Der Antragssteller muss dann einen Jäger mit dem Abschuss beauftragen. Dass es wie in einigen anderen Bundesländern schwierig wird, einen Jäger zu finden, glaubt Albrecht nicht. Man habe bei der Vorbereitung auf den Fall X eng mit dem Landesjagdverband zusammengearbeitet und andere Signale erhalten. Der Landesjagdverband hatte selbst mehrfach den Abschuss von Wölfen gefordert, die sich entweder verhaltensauffällig verhalten oder die sich daran gewöhnen, stromführende Schutzzäune zu überwinden.

Jäger hat Vertrauensschutz

Der Jäger darf dann zeitlich begrenzt in einem bestimmten Gebiet dem Wolf nachstellen. Zwar ist nicht hundertprozentig sichergestellt, dass der Jäger GW 924 trifft. Doch die Wahrscheinlichkeit sei hoch, weil in dem Gebiet seit längerer Zeit nur dieser Wolf nachgewiesen werden konnte, betonte Albrecht. "Sollte dennoch ein anderer Wolf erlegt werden, gilt für den Jäger Vertrauensschutz." Er muss also nicht mit einer Anzeige und Strafverfolgung rechnen. Um Antragsteller und Jäger auch vor möglichen verbalen oder tätlichen Angriffen zu schützen, bleiben beide Personen anonym.

Abschuss bleibt Ausnahme

Albrecht betonte, dass der hohe Schutzstatus des Wolfes Vorrang hat. Der Abschuss eines Wolfes könne aber im Ausnahmefall sinnvoll sein kann - zum Schutz von Weidetieren, zum Schutz der Koexistenz von Mensch und Wolf und zum Artenschutz. Denn nur so kann verhindert werden, dass der Wolf das unerwünschte Verhalten - einen stromführenden Zaun zu überwinden - an andere Wölfe weitergibt.

Lesen Sie mehr zum Thema "Wolf in Schleswig-Holstein".

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