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Schleswig-Holstein Wo Meersenf und Himmelsziegen gedeihen
Nachrichten Schleswig-Holstein Wo Meersenf und Himmelsziegen gedeihen
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21:06 30.06.2018
Von Heike Stüben
Naturführerin Antje Bubert (links) erklärt auf der KN-Extratour durch das Naturschutzgebiet "Kleiner Binnensee" in Behrensdorf  die Pflanzen- und Tierwelt. Das Gebiet wurde von der Stiftung Naturschutz erworben, weil es wie ein Mosaik viele Lebensräume vereinigt. Quelle: Uwe Paesler
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Behrensdorf

Gut drei Stunden dauert die gemütliche Wanderung durch das Naturschutzgebiet „Kleiner Binnensee“, zu der die Stiftung Naturschutz und die Kieler Nachrichten eingeladen hatten. Landschafts- und Naturführerin Antje Bubert machte schnell klar, dass der Strand besondere Überlebenskünste erfordert: Der Mensch benötigt nur den richtigen Sonnenschutz – Pflanzen und Tiere müssen sich aber extrem anpassen, um mit Salzwasser, Wind und Wellen klar zu kommen.

Der Trick der Salzmiere

Die Salzmiere hat zum Beispiel Salzdrüsen auf ihren Bättern. Über sie kann sie überschüssiges Salz loswerden. „Aber die Blätter schmecken eher säuerlich“, sind sich die Vorschmecker in der Gruppe einig. Und der Europäische Meersenf? "Ist auch essbar, schmeckt jedoch eher bitter."

Die Pflanzen sollen auch nicht geerntet werden, sondern den Sand festhalten und so dem Küstenschutz dienen. „Der Sand und die Steine brechen vom Steilufer in Hohwacht ab und werden hier angespült. Dank der Pflanzengemeinschaft können sich daraus dann langsam Strandwälle bilden“, erklärte Antje Bubert.

Bitte draußen bleiben!

Dann muss die Gruppe den Strand verlassen. Weil die Menschen am Strand zu viel Unruhe brachten, ging der Bestand an Sandregenpfeifern von 30 Paaren auf nur noch fünf Brutpaare zurück.

In der Brutzeit wird dieser Bereich deshalb seit einigen Jahren abgesperrt. So können dort auch Zwergseeschwalbe, Mittelsäger und Austernfischer in Ruhe brüten.

Wie eine fliegende Ziege

Für die Wandergruppe geht es deshalb über einen Holzsteg weiter – auf der einen Seite die Ostsee, auf der anderen der Binnensee.  „Wir kommen jedes Jahr hierher, weil dieser Weg einen phantastischen Rundumblick bietet“, berichteten Ingrid und Klaus Holst aus Kiel. Im Herbst wird der Binnensee zum Rastplatz für Zugvögel – und Anziehungspunkt für Ornithologen aus dem In- und Ausland.

Doch auch an diesem sonnigen Sommertag können die Teilnehmer, die ein Fernglas dabei haben, Kiebitz, Kormoran und Bekassine entdecken.  "Aber warum wird Letztere Himmelziege genannt“, will ein Teilnehmer wissen. Weil die Bekassine im Balzflug meckert wie eine fliegende Ziege. Das Geräusch erzeugt sie übrigens mit ihren Schwanzfedern.

Hier sehen Sie Bilder der KN-Extratour durch das Naturschutzgebiet "Kleiner Binnensee"
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