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Schleswig-Holstein Die Sache mit dem Liebeswasser
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19:25 08.07.2018
Von Heike Stüben
Sonja C. Truhn brachte nicht nur ihre zauberhaften Geschichten mit, sondern hatte den Bollerwagen auch noch mit allerlei praktischen Utensilien voll gepackt - von der indianischen Flöte und Haselnuss-Keksen bis zu gut gesicherten Laternen und Sitzkissen. Quelle: Uwe Paesler
Bissee

Wer sich mit Sonja Truhn auf den Weg macht, der kann etwas erleben, das viele nur noch aus der Kindheit kennen: sich von Geschichten in den Bann ziehen lassen, Bilder im Kopf kreieren und die Sinne für die Natur schärfen. Zugegeben, sich darauf einzulassen, war an diesem Abend nicht ganz einfach. Das lag nicht an den Teilnehmern und schon gar nicht an der engagierten Erzählerin, sondern schlicht an der Musik, die von „Bissee rockt!“weit über den See in den Bothkamper Wald getragen wurde.

Immer noch aktuell: Das Liebeswasser

Doch am Ende fand die Gruppe ein Plätzchen, an dem Froschkonzert und Vogelgezwitscher die passende Kulisse für die Geschichten bildeten, die Sonja Truhn mitgebracht hatte. Da ging es um das Ehepaar, das immer wieder um Alltäglichkeiten streitet und durch das Liebeswasser geheilt wird („Bei Streit einen Schluck Liebeswasser im Mund behalten und nicht hinunterschlucken bis der Streit vorbei ist“). Bemerkung einer Teilnehmerin: "Solch ein Fläschchen mit Zauberwasser sollte man eigentlich jedem Hochzeitspaar schenken."

Geschichten aus der Natur

Als junge Studentin an der Kunsthochschule fiel Sonja Truhn auf, dass die Kunst seltsam entrückt von der Natur war. „Ich fand aber, es ist auch eine Aufgabe der Kunst, die Menschen mit der Natur zu verbinden. Gleichzeitig entdeckte ich den Reichtum der Naturgeschichten bei indigenen Völkern, vor allem bei den australischen Aboriginies“, erzählte die 47-Jährige. Dort würden Geschichten nicht nur genutzt, um die Natur als Heimat zu begreifen und zu verstehen, sondern auch, um sich in der Natur zu orientieren: Man erzählt zum Beispiel eine Geschichte und weiß, dass man bei einer bestimmten Stelle der Geschichte die Richtung ändern muss, um zum Ziel zu kommen. „In unserer Kultur sind solche Geschichten leider verloren gegangen."

Deshalb setzt die Künstlerin gerne Geschichten aus anderen Kulturen ein. Geschichten wie die indianische Erzählung von dem unsichtbaren Mann, die vielen Teilnehmern an diesem Abend am besten gefiel. 

Die Haselmaus, die fliegen wollte

Die Märchenerzählerin aus Willingrade/Groß Kummerfeld hatte aber auch Geschichten im Gepäck, die ein direkten Bezug zur Natur vor Ort hatte - von den treuen Schwanenmädchen und von der Haselmaus, die zur Fledermaus wurde. "Man überlegt bei den Geschichten immer, was man selbst machen würde. das finde ich gut", sagte Käthe (10), die mit ihrer Schwester Klara und ihren Großeltern Heidi und Walther Jetzek aus Kiel gekommen war.

Und warum ist die Birke weiß?

Und nach dem stimmungsvollen Rückweg mit Laternen durch den Wald wurde auch noch die Frage beantwortet, wie die Birke zu ihrer weißen Rinde kam. Geschichten, die sicher nicht naturwissenschaftlicher Prüfung standhalten, aber einen neuen Blick auf die Natur eröffnen. Übrigens: Am 24. August startet Sonja Truhn noch einen Erzählspaziergang in Bissee – diesmal wird nur ihre eigenen Flötenmusik zu hören sein.

 

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