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Schleswig-Holstein Trickbetrüger sind auf dem Vormarsch
Nachrichten Schleswig-Holstein Trickbetrüger sind auf dem Vormarsch
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21:05 08.11.2018
Von Niklas Wieczorek
Die Polizeidirektion Kiel warnt erneut: Betrügereien jeglicher Masche nehmen derzeit erheblich zu. Quelle: Juliane Häckermann (Symbol)
Kiel

"Allein am Mittwochabend gingen bei der Regionalleitstelle in Kiel und auf den Revieren und Stationen in Kiel und im Kreis Plön unter anderem in Preetz zwölf Hinweise bezüglich falscher Polizeibeamter ein", sagte Sprecher Matthias Felsch. Besonders dreist: Sie stellten sich als Herr Beckmann vor – wie kürzlich in einem anderen Fall, als es sich aber um einen falschen Staatsanwalt handelte. Als dieser Herr Beckmann arbeiteten sie ausgerechnet beim Betrugsdezernat. Sie fragten nach Wertgegenständen, Bargeld und Tresoren.

"Die Polizei nimmt kein Bargeld oder Wertgegenstände zur Sicherung oder Überprüfung entgegen", wehrte Matthias Felsch ab. "Die Täter, die sich als Polizeibeamte am Telefon oder vor Ihrer Haustür mit einem solchen Anliegen an sie wenden, gehen in der Regel hochprofessionell vor und verwickeln sie in lange Gespräche, zum Teil mit unterschiedlichen Gesprächspartnern." Es werde auch mit strafrechtlichen Folgen gedroht, falls über den Vorfall gesprochen wird. "Lassen Sie sich von diesen Personen nicht beeindrucken oder einschüchtern und nehmen sie umgehend Kontakt zu ihrer Polizei auf", sagte Felsch.

Fast 20.000 Euro mit Enkeltrick erbeutet

Nicht gelungen ist das in einem Fall eines vollendete Enkeltricks im Kreis Plön. Die Polizei will keine weiteren Details bekannt geben. Der betroffene Senior verlor an die 20.000 Euro. Eine immense Summe, auch wenn es bereits Fälle mit doppelt so hohem Schaden in Kiel gab. "Seien Sie wachsam, wenn vermeintliche Angehörige kurzfristig Geld für den Kauf eines Autos, eines Hauses oder Ähnlichem von Ihnen benötigen und das Geld womöglich an Freunde ausgehändigt werden soll", so Felsch.

Doch nicht genug der Betrügereien: Zwei Fälle verzeichnete die Polizei Kiel zuletzt auch, in denen ältere Menschen Opfer von Wechselgeldbetrug geworden sind. Einen aus Projensdorf im Stadtteil Kiel-Wik beschreiben die Ermittler näher: Am Montagvormittag habe ein etwa 45-Jähriger eine 81-jährige Seniorin an einem Glascontainer am Gurlittplatz angesprochen. Er habe Geld wechseln wollen, und ehe sich die ältere Dame versah, waren ihr 75 Euro abhanden gekommen.

Sie beschreibt den Mann als etwa 1,75 Meter groß mit kräftiger Statur und kurz rasierten dunklen Haaren. Er habe eine dunkelblaue Jacke und eine blaue Jeans getragen. "Geben Sie ihre Geldbörse auf keinen Fall aus der Hand", sagt Felsch. Besonders wichtig sei das in direktem Umfeld einer Bank, wo die Täter ihren Opfern häufig auflauerten.

Warnung vor Gewinnspielerfolgen

Vorsicht sei jedoch auch am Telefon geboten: Zwei Kieler hatten am Mittwoch einen Anruf aus Berlin erhalten. In dem Gespräch seien sie zum Gewinn von 49.900 Euro beglückwünscht worden. Das Geld sollten sie jedoch nur erhalten, wenn sie vorab 900 Euro zahlen. Sie fielen auf den Trick nicht herein. Bekannt ist dieser schon: "Es gibt allerdings kein Preisausschreiben, bei dem man vor der Gewinnausschüttung selbst zur Kasse gebeten wird", sagte Felsch – auch wenn er zugibt: "Natürlich könnte man auch noch im reiferen Alter vor Freude an die Decke springen, wenn einem jemand am Telefon von einem nicht unerheblichen Gewinn bei einem Preisausschreiben berichtet."

Hinweise zum Geldwechselbetrug in Kiel-Wik nimmt die Polizei unter Tel. 0431/160 3333 entgegen.

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