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Schleswig-Holstein Ozeane viel wärmer als befürchtet
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10:00 24.11.2018
Von Karen Schwenke
Wunderschön, doch viel zu warm: die Ostsee. Quelle: Kay-Christian Heine
Kiel

Ihre Berechnungen basieren auf neuen Untersuchungsmethoden. Demnach liegt die Wärmeaufnahme der Ozeane 50 Prozent über dem Wert des jüngsten Berichts des Weltklimarates und folglich am oberen Ende aller bisherigen Abschätzungen.

„Die so starke Erwärmung des Ozeans deutet daraufhin, dass die Erde empfindlicher auf Emissionen von fossilen Brennstoffen reagiert als bisher angenommen“, sagt Prof. Andreas Oschlies von Geomar. Er ist einer der Co-Autoren der Studie, die gerade in der internationalen Fachzeitschrift Nature erschienen ist. Sein Appell: „Wir müssen die Emissionen von CO2 noch schneller und in noch erheblicherem Umfang reduzieren als vom Weltklimarat gefordert.“

Die Ozeane wirken im Klimasystem der Erde wie ein gewaltiger Puffer. Sie nehmen 90 Prozent der durch den Treibhauseffekt entstandenen Wärme auf, verteilen diese in ihren Tiefen und verlangsamen so die Klimaveränderungen. Bisher ermittelte die Forschung die Ozeanerwärmung durch Messungen der Wassertemperatur.

Für die aktuelle Studie berechneten die Experten diese nun anhand der Sauerstoff-Kohlendioxid-Kombinationen in der Luft. Die Gase werden vermehrt freigegeben, wenn sich das Wasser erwärmt. Erstmals sei so eine umfassende Abschätzung der Nettoeffekte in allen Meeren möglich, lobt der Kieler Forscher, zeigt sich zugleich aber sehr beunruhigt: „Die Prognosen verschieben sich in Richtung der schlimmeren Szenarien. Selbst wenn wir sofort den CO2-Ausstoß stoppen, wird die Erwärmung der Ozeane weitergehen.“ Oschlies mahnt, die Forschungen  voranzutreiben: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“

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