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Schleswig-Holstein So viel müssen Eltern maximal zahlen
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21:00 14.03.2019
Von Heike Stüben
Familienminister Heiner Garg - hier in der AWO-Kita Hanna Lucas in Wedel - hat in Kiel seine Kita-Reform vorgestellt. Sie soll Eltern entlasten, die Qualität der frühkindlichen Bildung verbessern und Kommunen und Trägern eine sichere Planung ermöglichen. Quelle: Christian Charisius/dpa
Kiel

Wie viel müssen Eltern künftig zahlen?

Ab 1. August 2020 gelten für Kitas Maximal-Gebühren. Sie dürfen nicht überschritten werden. Jede Betreuungsstunde in der Woche kostet maximal 7,21 Euro für ein Kind unter drei Jahren und 5,82 Euro für Über-Dreijährige im Monat. Fünf Stunden Betreuung (25 Stunden/Woche) kosten damit bei einem U3-Kind maximal 180 Euro und für ein Ü3-Kind maximal 145 Euro. Für acht Stunden Betreuung (40 Stunden/Woche) müssen Eltern maximal 288 Euro für ein U3-Kind und 233 Euro für ein Ü3-Kind bezahlen.

Was ist mit dem Kitageld?

Das fällt ab August 2020 weg.

Was müssen Bedürftige zahlen?

Wer Sozialleistungen erhält wie etwa Hartz IV, Grundsicherung, Wohngeld oder Kinderzuschlag, zahlt weiter keine Kita-Gebühren. 

Wird es für alle Eltern billiger?

Nein. Im Durchschnitt sollen Eltern bei einer fünfjährigen Betreuungszeit durch das neue System 4392 Euro sparen. Doch im Einzelfall sieht das ganz anders aus: Kitas, die heute billiger sind, könnten ihre Gebühren bis zu künftigen Maximalgebühr erhöhen. Darüber entscheidet die Gemeinde. Selbst wer heute mehr als die Maximalgebühr zahlt, kommt nicht unbedingt billiger weg. Beispiel Kiel: Ein Krippenplatz kostet dort aktuell 320 Euro. Künftig darf er nur 288 Euro kosten. Weil aber im Gegenzug die 100 Euro Kitageld wegfallen, bleibt für die Eltern eine Mehrbelastung von 70 Euro im Monat, solange das Kind eine Krippe gesucht.

Können Eltern den Kita-Ort frei wählen?

Derzeit gibt es Kita-Plätze außerhalb der Wohngemeinde nur bei Platzmangel oder bei besonderen Gründen. Künftig können Eltern freie Plätze in Kitas außerhalb ihrer Wohngemeinde wählen. Allerdings haben Gemeindekinder Vorrang – auch wenn sie erst im Laufe des Kitajahres den Platz benötigen.

Wo erfährt man, wo ein Platz frei ist?

Alle Einrichtungen müssen künftig ihre Daten in die Kita-Datenbank einstellen. Bisher ist das freiwillig und wird kaum genutzt. Durch den Zwang sollen Eltern, aber auch Kommunen besser planen können.

Wie lange dürfen Kitas für Ferien/Fortbildungen schließen?

Das muss noch geregelt werden. Die Zeit soll so weit wie möglich minimiert werden. Dabei sollen die Belange von Kleinsteinrichtungen berücksichtigt werden.

Was ändert sich bei der Tagespflege?

Auch wer sein Kleinkind von einer Tagespflegeperson betreuen lässt, muss dafür ab August 2020 maximal so viel zahlen wie in einer Kita (siehe Elternbeiträge oben). Eltern von Kindern bis zu drei Jahren sollen so eine echte Wahl bei der Betreuungsform haben. Erstmalig soll es auch landesweit eine Mindestvergütung für Tagespflegepersonen geben. Wie hoch diese sein wird, ist noch unklar.

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