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350000 Bürgern droht Überflutung

Küstenschutz im Norden 350000 Bürgern droht Überflutung

Fast ein Viertel der Landfläche in Schleswig-Holstein ist überflutungsgefährdet. Um dort die 350000 Schleswig-Holsteiner, Tiere und Sachwerte von 49 Milliarden Euro in Zeiten des Klimawandels zu schützen, wird der Generalplan Küstenschutz von 2012 Stück für Stück abgearbeitet.

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Eine Sturmflut überschwemmt am 13. September 2017 den Strand von St. Peter-Ording an der Nordsee.  Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte damals vor Sturmtief "Sebastian" mit Orkanböen im Norden Deutschlands. Am heutigen Mittwoch soll Sturmtief "Elenor" für orkanartige Böen an der Nordseeküste  Schleswig-Holsteins sorgen. 

Quelle: Wolfgang Runge

Kiel. Als größte Herausforderung beim Klimawandel im Land mit 536 Kilometern Ostsee- und 466 Kilometern Nordseeküste gilt der erwartete Meeresspiegelanstieg. Im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) in Husum geht man von einem Anstieg zwischen 40 Zentimetern und maximal 1,40 Metern bis zum Ende dieses Jahrhunderts aus. Diese große Bandbreite macht Schutzmaßnahmen besonders schwierig. Denn wie groß der Anstieg an den einzelnen Küstenbereichen sein wird, ist noch unbekannt. Außerdem wird er nicht gleichmäßig verlaufen, sondern mit der Zeit stärker werden.

Die regelmäßigen Untersuchungen des LKN haben ergeben, dass vorrangig die Deiche auf 93 Kilometern deutlich verstärkt werden müssen. Knapp neun Kilometer sind seit 2012 geschafft: der Deich im Alten Koog auf Nordstrand, der Mövenbergdeich in List auf Sylt, der Deich in Büsum und der Geestanschluss in der Hattstedter Marsch. Sie haben bereits das neue Klimaprofil. „Dabei wird der Deich so konstruiert, dass bei späterem Bedarf eine Kappe ohne großen Mehraufwand aufgesetzt und der Deich so um rund einen bis 1,50 Meter erhöht werden kann“, erklärte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Dienstag in Kiel.

In diesem Jahr sollen sieben weitere Klimadeich-Kilometer fertig werden: in Dagebüll, in der Seestermüher Marsch und in Wallnau auf Fehmarn. Zudem stehen die Verstärkungen im Hauke-Haien-Koog und des südlichen Eiderdamms an. Elf weitere Maßnahmen sind in Planung, unter anderem auf Helgoland, Föhr, Eiderstedt und Fehmarn. Seit 2012 wurden in die Deichverstärkung 292 Millionen Euro investiert.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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