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Die Vorreiter in der Vorsorge

Krebsgesellschaft wird 65 Die Vorreiter in der Vorsorge

Sie ist die Speerspitze gegen den Krebs: Seit 65 Jahren legt die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft Lücken in der Versorgung schwerstkranker Menschen und ihrer Familien offen – und füllt dieses Vakuum. Was die Bevölkerung dem Verein zu verdanken hat, das wurde bei einem Festakt deutlich.

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Früherkennung ist wichtig: Für das Mammographie-Verfahren hat sich die Krebsgesellschaft schon vor Jahrzehnten stark gemacht.

Quelle: Kooperationsgemeinschaft Mammographie/Viviane Wild

Kiel. Rückblick: 1953 wird offenbar, dass Krebserkrankungen eine besondere Herausforderung darstellen. Nicht nur für Ärzte, weil es an Forschung mangelt und die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt sind. Sondern auch für die Betroffenen, ihre Familien und für die Gesellschaft, die mit Vorurteilen und Tabuisierung reagiert. Die Universität Kiel und das Land gründen deshalb einen „Landesausschuss für Krebsbekämpfung und Krebsforschung“, der später zur Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e.V. wird. Das erste Projekt: Ärzte im Land werden weitergebildet, um Krebs besser erkennen und Patienten besser behandeln zu können. Später kommen Vorsorgeuntersuchungen und  Beratungsstellen hinzu.

1960 wird die spätere Krebsgesellschaft bundesweit zum Vorreiter, als sie die zytologische Diagnostik anbietet: Mit diesen Untersuchungen kann schon sehr früh Gebärmutterhalskrebs entdeckt werden. „Das war wirklich weitsichtig, denn erst vor Kurzem ist dieser Zellabstrich zur Früherkennung als Kassenleistung anerkannt worden“, erklärt Prof. Frank Gieseler, seit zehn Jahren Vorsitzender der Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein.

Immer stärker kümmert sich das Team mittlerweile aber auch um die Angehörigen von Krebskranken. „Sie sind Nicht-Patienten, aber dennoch stark betroffen. Doch sie werden im Gesundheitssystem nicht versorgt, deshalb helfen wir ihnen, unterstützen Selbsthilfegruppen, machen Mut mit dem Lauf ins Leben“, erklärt Gieseler.

Das jüngste Projekt: Studentinnen besuchen Teenager-Töchter von Brustkrebspatientinnen zu Hause und unternehmen etwas mit ihnen. „Diese Töchter ziehen sich in dieser schwierigen Situation oft ganz zurück und verzweifeln am Leben. Die Selbsttötungsrate ist bei ihnen doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Diese Mädchen und jungen Frauen brauchen unbedingt unsere Hilfe.“

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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