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Schleswig-Holstein Gewappnet für die Spurenanalytik
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22:25 03.11.2015
Von Beate König
Mit neuen Geräten den Bestandteilen von Gas und Flüssigkeiten auf der Spur: Katrin Lütjen (links) mit Staatssekretärin Silke Schneider an einem der neuen Gaschromatographen in dem vor sechs Wochen bezogenen Neubau des Landeslabors in Neumünster. Quelle: Beate König

Nach Angaben der 54-jährigen Diplom-Biologin stieg 2014 im Vergleich zum Vorjahr zwar der Anteil der beanstandeten mikrobiologisch belasteten Proben von Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Milch, feinen Backwaren und Rohkostsalaten von 15,4 auf 18,3 Prozent.

Spurenanalytik jetzt auf neuestem Stand

Ihr Vorgänger Matthias Hoppe-Kossak, der das Landesamt für ländliche Räume und Umwelt übernommen hat, hatte das Landeslabor neun Jahre geleitet. Mit Katrin Lütjen, seit Juli im Amt, hat für das Labor eine neue Ära begonnen. Vor sechs Wochen wurde an der Max-Eyth-Straße nach zwei Jahren Bauzeit ein Neubau mit modernen, flexiblen Analyseeinheiten bezogen. Die ehemals im Land verteilten Institute sind jetzt in Neumünster konzentriert. Für die Geräte, die Feinanalysen unter anderem von Gas und Flüssigkeiten ermöglichen, stellte das Land im vorigen Jahr 1,8 Millionen Euro bereit. „Damit sind wir gewappnet für Spurenanalytik, da hatten wir Nachholbedarf“, sagte Lütjen. Ein handfestes Beispiel: Mit den neuen Geräten könne beispielsweise der Minerölgehalt von Papier, das für Adventskalender verwendet wird, festgestellt werden.

Die neue Direktorin kam 1992 aus Bremen nach Schleswig-Holstein. Zwei Jahre arbeitete sie noch in Brüssel im Hanse-Office in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein und Hamburg, ging dann in die Koordinierungsstelle des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume.

Mehr Projekte im Umbau

Mit ihrem Wechsel an die Labor-Spitze beendete sie sieben Jahre zwischen Politik und Verwaltung. „Ich will praktisch und fachorientiert arbeiten“ – und erst einmal Ruhe in den Betrieb bringen, der seit 2013 umstrukturiert wird. Der Umbau der älteren Laborgebäude werde voraussichtlich noch bis 2017 dauern. Soweit die gesetzlichen Aufgaben des Labors Freiräume lassen, denkt Lütjen an eine Intensivierung von Projektarbeit.

Staatssekretärin Silke Schneider, die gestern das Labor besuchte, kündigte zudem an, dass das Ministerium eine neue Gebührenverordnung für Futtermittelhersteller einführen werde. Bislang war die Kontrolle der Futtermittel durch das Labor kostenlos. Künftig sollen Betriebe gestaffelt nach Betriebsgröße und Herstellungsform für Regelkontrollen pauschal Gebühren zahlen. Bis zu 350000 Euro könnten dadurch zukünftig in die Landeskassen fließen.

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