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Schleswig-Holstein Landwirte schießen erstmals Nandus ab
Nachrichten Schleswig-Holstein Landwirte schießen erstmals Nandus ab
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17:30 15.04.2019
Nandus sind in Mecklenburg-Vorpommern auf einem Rapsfeld unterwegs.  Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Schlagsdorf

Südamerikanische Nandus freilebend in Deutschland: Was so manchen Touristen freut, sorgt bei Landwirten im Nordosten schon seit Jahren für Ärger. Nun stehen den großen Laufvögeln harte Zeiten bevor: Erstmals sind Nandus abgeschossen worden. 2019 waren es bislang 17 Tiere. Das sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag in Schlagsdorf. Weitere 40 bis 50 Exemplare der einzigen wildlebenden Population Europas sollen bis Jahresende erlegt werden.

Die getöteten Nandus sollen untersucht werden, um herauszufinden, ob die großen Laufvögel neben Pflanzen auch kleine Tiere fressen und so der Tierwelt im Biosphärenreservat Schaalsee schaden. Voraussichtlich im Mai sollen zudem für weitere Erkenntnisse zur Lebensweise drei Tiere mit GPS-Sendern versehen werden.

Nandus waren aus Gehege ausgebrochen

Die Nandus haben sich am Ratzeburger See, an der Grenze von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, fest etabliert und vermehren sich dank des Fehlens natürlicher Feinde kräftig. Sie stammen von einer Handvoll Tieren ab, die um die Jahrtausendwende aus einem privaten Gehege bei Lübeck ausgebrochen war.

Die bisherigen Versuche, das Wachstum der Population einzudämmen - wie das Anbohren und damit Unfruchtbarmachen von Eiern - sind weitgehend erfolglos geblieben. Trotzdem soll es dieses Jahr erneut versucht werden. 

Nandus vermehren sich kräftig

Die Vögel hatten sich am Ratzeburger See in der Vergangenheit kräftig vermehrt: Allein von Frühjahr bis Herbst 2018 stieg die Zahl erfasster Tiere von 205 auf 566. Bisherige Versuche, das Wachstum der Population einzudämmen - wie das Anbohren von Eiern - waren weitgehend erfolglos geblieben. Bei der jüngsten Zählung im März wurden 362 Nandus erfasst. Auch die von ihnen besiedelte Fläche sei gewachsen, sagte Backhaus.

Die Population stammt von einigen Tieren ab, die um die Jahrtausendwende aus einem privaten Gehege bei Lübeck ausgebrochen waren. Die in Südamerika heimischen Nandus finden in der norddeutschen Tiefebene gute Bedingungen. Sie bedienen sich mit Vorliebe auf Rapsfeldern. Auch Weizenfelder seien betroffen, sagte Backhaus. In diesem Jahr soll es erstmals eine Entschädigung für betroffene Landwirte geben.

Bauern mit Jagdschein schießen Nandus

Die 17 getöteten Nandus wurden von ansässigen Bauern mit Jagdschein erlegt, wie es am Montag hieß. Ihnen sei freigestellt worden, ob sie die toten Tiere entsorgen oder essen, sagte Bettina Gebhard vom Biosphärenreservat Schaalsee.

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