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Schleswig-Holstein Gefundene Leiche noch nicht identifiziert
Nachrichten Schleswig-Holstein Gefundene Leiche noch nicht identifiziert
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21:50 02.11.2018
In einer Wohnung in der Straße Langer Lohberg soll die Leiche gefunden worden sein. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Lübeck

Ein mysteriöser Fall beschäftigt derzeit die Lübecker Polizei. Ein 48-jähriger Mann aus Lübeck kam am Donnerstagabend in die Bundespolizeiwache im Hauptbahnhof von Hannover. Dort berichtete er den Beamten, dass in seiner Wohnung in Lübeck eine tote männliche Person liegen soll.

„Er nannte den Ermittlern lediglich den Vornamen“, berichtet Dr. Ulla Hingst, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck. Der 48-Jährige gab gegenüber den Beamten an, selbst mit der Situation überfordert und deshalb zwei bis drei Tage umhergeirrt zu sein.

Polizei vermutet Gewaltverbrechen

Die sofort informierten Ermittler des Zentralen Kriminaldauerdienstes Lübeck sowie Beamte des 1. Polizeireviers überprüften die Wohnanschrift des Mannes. Dort fanden sie tatsächlich eine männliche Leiche. Die Person konnte bisher nicht identifiziert werden. Die Wohnung soll in der Straße Langer Lohberg in einem Mehrparteienhaus liegen.

Aufgrund der Auffindesituation ist laut Staatsanwaltschaft von einem Gewaltverbrechen auszugehen. Laut LN-Informationen soll das Opfer Schnittverletzungen am Hals haben. Ulla Hingst will das zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen: „Wir machen zur Art der Verletzungen vorerst keine Angaben, um unsere Ermittlungen nicht zu gefährden. Es könnte sich um Täterwissen handeln.“ Der Leichnam wurde in das Institut für Rechtsmedizin in Lübeck gebracht und wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft obduziert, um die Todesursache und die Identität des Mannes zu klären“, so Hingst.

Ermittlungen laufen

Die Staatsanwaltschaft Lübeck und die Mordkommission der Bezirkskriminalinspektion Lübeck ermitteln wegen des Verdachts des Totschlags. Der 48-jährige Lübecker wurde noch am Donnerstag vorläufig festgenommen und befand sich zunächst im Polizeigewahrsam in Hannover. Im Laufe des Freitags wurde er von Lübecker Polizeibeamten dort abgeholt und in die Hansestadt gebracht.

„Nun müssen wir nach dem Vorliegen der Obduktionsergebnisse entscheiden, ob ein dringender Tatverdacht vorliegt und wir einen Untersuchungshaftbefehl beantragen“, erklärt Ulla Hingst. Ein dringender Tatverdacht liegt dann vor, wenn nach dem aktuellen Ermittlungsstand eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Beschuldigte Täter einer Straftat ist.

Weitere Tötungsdelikte in Lübeck

Immer wieder ist Lübeck Schauplatz von Tötungsdelikten. Im Dezember vergangenen Jahres beispielsweise war ein Rentner Opfer einer Bluttat geworden. Ein 44-Jähriger erschlug ihn in der Baltischen Allee mit einem Ast, als der 78-Jährige mit seinem Fahrrad dort unterwegs war. Im Sommer dieses Jahres musste er sich vor Gericht verantworten. Weil der Mann psychisch krank ist, wurde er vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen und auf unbestimmte Zeit in eine Fachklinik eingewiesen.

Auch ein 30-Jähriger, der Im Juli 2017 mit einer Geflügelschere 50 Mal auf seine Mutter eingestochen hatte und anschließend seine Großmutter schwer verletzte, wurde freigesprochen. Der Mann war aus Sicht des Gerichts schuldunfähig, er wurde im März dieses Jahres in einer Entziehungsanstalt untergebracht. Nur kurz zuvor im Juni vergangenen Jahres tötete ein 21-Jähriger seinen Vater mit Tritten. Auch er wurde wegen seiner Schizophrenie freigesprochen und in der Psychiatrie untergebracht.

Maike Wegner/RND

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