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Schleswig-Holstein Hamburg löst neue Debatte im Norden aus
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07:00 30.08.2018
Von Ulf B. Christen
Kein Geheimnis: In Hamburg müssen Schüler für ihr Abitur weniger tun als in Schleswig-Holstein. Quelle: Frank May/dpa
Kiel

Derzeit haben Abiturienten aus Hamburg wegen der geringeren Anforderungen eine größere Chance auf einen guten Abschluss und damit auf begehrte Studienplätze etwa für Medizin.

Hürden in Hamburg niedriger

„Der Hamburger Vorstoß ist ein erster Aufschlag, um die Wettbewerbsbedingungen um Studien- und Ausbildungsplätze anzugleichen“, sagte der Vorsitzende des Philologenverbandes, Jens Finger. Bislang würden viele Gymnasiasten aus dem Umland nach Hamburg wechseln, um dort „ein besseres Abi zu machen“. Möglich ist das, weil die Hürden für die Hochschulzugangsberechtigung in Hamburg niedriger sind. „Die Abiturregelungen tolerieren zu viele schwache Leistungen und unterlaufen so den Anspruch an allgemeine Bildung“, heißt es in dem Positionspapier der Vereinigung der Leitungen Hamburger Gymnasien und Studienseminare.

Unterschiedliche inhaltliche Anforderungen

Das gilt etwa für die Zulassung zum Abitur. In Hamburg müssen Schüler die Noten von 32 Oberstufenkursen einbringen. In Schleswig-Holstein sind es 36 Noten. Dadurch können Schüler eine geringere Zahl schlechter Kurse streichen, die dann in die Abi-Note eingehen. Zudem ist es ein offenes Geheimnis, dass die inhaltlichen Anforderungen in einigen Fächern im Schnitt in Hamburg geringer sind als in Schleswig-Holstein. Ein Anhaltspunkt dafür ist die Abiturquote. In Hamburg schafft mehr als die Hälfte der Jugendlichen eines Geburtsjahrgangs die Allgemeine Hochschulreife. In Schleswig-Holstein sind es wie im Bundesschnitt nur gut 40 Prozent.

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