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Schleswig-Holstein Als Navigationshilfe noch unverzichtbar
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09:19 13.07.2018
Blick bei Niedrigwasser auf das Wattenmeer und den Leuchtturm von Westerheversand an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Sie weisen Berufs- und Freizeitskippern den Weg in den Hafen und an Untiefen vorbei. Quelle: Carsten Rehder
Kiel

Sie wachen seit Jahrhunderten über Küsten und Inseln. Manche Leuchttürme sind wahre Kunstwerke, andere eher zweckmäßige Funktionsbauten. Eins haben sie aber gemeinsam: Ihr Licht weist Schiffen den sicheren Weg. Sie markieren Fahrrinnen durch das Watt und dienen als Navigationspunkte für die Hochseeschifffahrt. Die Lichtsignale helfen den Seeleuten bis heute, die Position ihres Schiffes zu bestimmen.

Unverzichtbar für Navigation

Denn trotz modernster Satellitentechnik, GPS und Radar kann auf Leuchttürme nicht verzichtet werden. „Als visuelle Schifffahrtszeichen tragen sie entscheidend zur Sicherheit der Navigation und Positionsbestimmung bei, weil sie unabhängig von elektronischen und satellitengestützten Systemen sind“, sagt Claudia Thoma von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS). Die rund 200 Leuchttürme an der deutschen Küste und an den großen schiffbaren Flüssen seien Teil einer umfassenden Verkehrssicherung.

Vor 25 Jahren gab es noch Leuchtturmwärter

Bis vor ungefähr 25 Jahren wurden in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Leuchtturmwärter beschäftigt. Mittlerweile sind die Leuchtfeuer an Deutschlands Küsten für einen automatischen Betrieb ausgerüstet. Die Lampen muss nun niemand mehr per Hand an- und ausschalten. Die Leuchtfeuer an der Westküste Schleswig-Holsteins werden rund um die Uhr vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning überwacht. Für die Türme an der Ostsee ist das Amt in Lübeck zuständig.

Abreißen kommt nicht in Frage

An Schleswig-Holsteins Küsten sind noch 67 Leuchttürme in Betrieb, wie GDWS-Sprecherin Thoma sagt. Hinzu kommen diverse Leuchttürme, die als Seezeichen nicht mehr gebraucht werden. Doch Abreißen kommt nicht in Frage.

„Sie prägen unser Landschaftsbild, sind Wahrzeichen unserer Küsten und spiegeln dabei in ihrem Aussehen – von typisch rot-weiß-gestreift bis hin zu Backstein – die Vielseitigkeit unseres Landes wider“, sagt die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), Bettina Bunge. „Wir nutzen dementsprechend Bilder von Leuchttürmen permanent in der Werbung für unseren echten Norden.“

Touristisch genutzt

Denn nicht nur als Seezeichen sind die Türme beliebt, sondern auch zum Wohnen, Urlaub machen, Heiraten oder einfach, „um den wunderbaren Ausblick über die traumhafte Küstenlandschaft zu genießen“, sagt Bunge. „Das fasziniert Einheimische genauso wie Touristen.“ Etwa ein Drittel der Leuchttürme im Land stehen nach Angaben der GDWS unter Denkmalschutz.

Das Ensemble in Westerhever aus Turm und zwei baugleichen Häusern gehört vermutlich zu den begehrtesten Fotomotiven im Land. Einige Leuchttürme sind als Aussichtspunkt begehbar, beispielsweise der in Bülk bei Strande. Auch der alte Eckernförder Leuchtturm, der Turm in Falshöft an der Flensburger Förde oder der markante Turm auf Amrum können wie viele weitere bestiegen werden. Einige Leuchttürme beherbergen Museen.

Geheiratet werden kann nach TASH-Angaben auf zehn Leuchttürmen - etwa auf den Türmen Hörnum (Sylt), Pellworm, Westerhever, Falshöft, Dahmeshöved, Flügge (Fehmarn) und Kiel-Holtenau. Der Dagebüller Leuchtturm beherbergt ein Mini-Hotel. Und auch mit einigen Leuchtturm-Rekorden kann Schleswig-Holstein aufwarten. So steht auf der Hallig Oland der einzige reetgedeckte Leuchtturm und der alte Leuchtturm in Travemünde ist der älteste Deutschlands. In Kiel gibt es den einzigen Leuchtturm bundesweit, der eine Lotsenstation beherbergt. Eine Besonderheit stellt zudem der Leuchtturm auf der Insel Pellworm dar: Er ist auf 14 Meter tiefen Eichenpfählen in den Marschboden gebaut.

Hier sehen Sie mehr Bilder.

Von lno

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