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Schleswig-Holstein Die Angst der Werften vor Sabotage
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11:00 05.11.2018
Die Ablieferung der "W.B.Yeats" verzögerte sich erneut - wegen eines Maschinenschadens. Quelle: Frank Behling
Kiel *

Der Großbrand auf der Lürssen Werft in Bremen am 14. September ist mit einem geschätzten Schaden von rund 600 Millionen Euro die bislang größte Havarie der deutschen Werftgeschichte. Das Feuer war nachts um zwei Uhr ausgebrochen und hatte eine fast fertige Luxusjacht zerstört. Vom 130 Meter langen Neubau mit dem Projektnamen "Sasso" blieb nur noch ein Wrack. Fast 700 Feuerwehrleute aus Bremen und dem Umland hatten keine Chance. Sogar das Dock wurde durch die enorme Hitze schwer beschädigt. Die Ermittler schließen Fahrlässigkeit oder Brandstiftung nicht mehr aus.

Schaden auf der Lürssen Werft: 600 Millionen Euro

Ganz konkrete Hinweise auf Sabotage haben dagegen die Brandermittler der niederländischen Polizei nach dem Feuer auf der "Aidanova" am 24. Oktober in Eemshaven (Niederlande). Ebenfalls kurz nach zwei Uhr schlugen die Rauchmelder auf Deck 14 an. Zwei bereits fertig ausgerüstete Passagierkabinen brannten. Die bordeigene Feuerwehr konnte den Brand glücklicherweise nach wenigen Minuten löschen und ein Übergreifen auf andere Kabinen verhindern. Die niederländische Polizei beschlagnahmte den Brandort und sicherte Spuren. Die Folge: Die Probefahrt am 27. Oktober sowie mehrere bereits ausgebuchte Reisen mussten abgesagt werden.

Die Ermittler können auf eine Vielzahl von Video-Aufzeichnungen zurückgreifen. Mehrere Hundert Kameras sind im Schiff vorhanden. Da für die "Aidanova" der für Schiffe weltweit gültige ISPS-Code greift und es digitale Zugangskontrollsysteme gibt, hat die niederländische Spezialeinheit für Brandermittlungen auch Zugriff auf die Daten aller zum Zeitpunkt des Feuers an Bord befindlichen Personen.

Auf der "Aidanova" wurden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht

Die Werft reagierte aber bereits intern. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um die "Aidanova" wurden erhöht. Die an Bord eingesetzten Werftarbeiter und die Kräfte von Subunternehmen müssen seit dem Feuer abends den 337 Meter langen Neubau verlassen und an Land wohnen. Nur die Besatzung wohnt weiter an Bord.

Zum Schaden auf der "W.B.Yeats" gibt es noch keine neuen Erkenntnisse

Noch keine neuen Erkenntnisse gibt es im Fall des Maschinenschadens auf der Fähre "W.B.Yeats" in Flensburg. Dort hatte die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft nach dem Ausfall einer der vier Maschinen am 17. Oktober ebenfalls Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt. "Es besteht der Verdacht der Sabotage. Wir sind sicher, dass dieser Schaden vorsätzlich herbeigeführt wurde", sagte ein Werftsprecher. Die Fähre absolvierte inzwischen ihre Erprobung auf der Ostsee, während die Kriminalpolizei Flensburg auf der Suche nach dem noch unbekannten Täter ist, der vorsätzlich ein Ventil im Kühlwasserkreislauf schloss.

Von Behling Frank

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