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Schleswig-Holstein Gastronomen wollen Wettbewerbsgleichheit
Nachrichten Schleswig-Holstein Gastronomen wollen Wettbewerbsgleichheit
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08:00 27.06.2018
Von Alev Doğan
Unterschiedliche Mehrwertsteuer in der Gastronomie: Doris Heldt und Freundin Britta Wulf (v.li.) trinken beide einen Cappuccino, unterschiedlich besteuert weil einer im Pappbecher "to go" ist und der andere im Sitzen verzehrt wird. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

„Wir erwarten, dass Essen steuerlich gleich behandelt wird, unabhängig von der Art der Zubereitung und des Verzehrortes“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Dehoga-Landesverbands Schleswig-Holstein, Stefan Scholtis. „Es geht uns nur um Wettbewerbsgleichheit, wir wollen keine Subventionen oder Hilfen“, sagte Scholtis.

Speisen to go bedeuten auch Plastik

Längst konkurrieren klassische Restaurants und Cafés mit Lokalen, die sich auf den Trend fertig zubereiteter Speisen zum Mitnehmen spezialisiert haben. Café-Ketten haben mit Joghurt, Obst- und Nudelsalaten fertig angerichtete Speisen in praktischen Plastik-Behältern im Angebot. Discounter und Supermärkte bieten in ihren Kühlregalen abgepackte Salate und Sandwiches an.

„Da sind wir auch beim Thema Plastikvermeidung“, so Scholtis. „Es kann doch nicht Wille der Politik sein, Speisen in Einwegverpackungen und den damit anfallenden Plastikmüll steuerlich zu begünstigen.“

Zukunftssicherung klassischer Restaurants

Es gehe ihm um die Wertschätzung des gesamten Wirtschaftszweigs Gastronomie, um die Zukunftssicherung klassischer Restaurants und um Wege gegen das Wirtshaussterben im ländlichen Raum. „Wir als Dehoga Schleswig-Holstein hatten immer ein inniges Verhältnis zur Landesregierung, da sind wir diesmal nicht so glücklich“, sagte Scholtis. Ansprechpartner für seine Belange sei meist das Wirtschaftsministerium, also Minister Bernd Buchholz (FDP). „Man merkt, wenn da jemand kommt, der sich in jedes Thema noch hineinfuchsen muss“, so Scholtis. „Aber er ist ja auch erst relativ neu dabei.“

Auf Anfrage erklärte das Finanzministerium, dass die Lieferung von Speisen „aus sozialen Erwägungen“ mit wenigen Ausnahmen dem ermäßigten Umsatzsteuersatz – also sieben Prozent – unterliege, Restaurant-Dienstleistungen hingegen nicht. Um eine solche Dienstleistung handelt es sich, wenn der Gastronom eine Abstellmöglichkeit für die Speise mit Sitzgelegenheit bereitstellt.

„Für einen normalen Menschen ist diese Regelung nicht nachvollziehbar“, sagte Dehoga-Chef Scholtis.

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