Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Jamaika stößt auf Gegenwind
Nachrichten Schleswig-Holstein Jamaika stößt auf Gegenwind
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:21 22.06.2017
Von Ulf B. Christen
Die Regenbogen-Idylle trügt: Im Land gibt es nach wie vor Streit über die Abstände zwischen Windkraftanlagen und Wohnhäusern. Der Verein Gegenwind wirft der neuen Jamaika-Koalition Irreführung vor. Quelle: Christian Charisius
Kiel

In der CDU hält sich die Begeisterung über den Koalitionsvertrag in Grenzen. „Der Vertrag hat Licht und Schatten“, sagt der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Pinneberg, Christian von Boetticher. In der Wirtschafts- und Verkehrspolitik habe die Union gepunktet, in der Innenpolitik, bei der Landwirtschaft und im Umweltbereich nicht. „Auch bei der Windenergie haben die Grünen geschickt taktiert.“ Der Verein Gegenwind formuliert es deutlich schärfer. Er wirft CDU und FDP vor, für grüne Zugeständnisse etwa bei der A20 auf größere Mindestabstände bei der Windenergie verzichtet zu haben.

„Das war der Bonbon für die Grünen“, schimpft Vereinschefin Susanne Kirchhof. CDU und FDP hätten „zentrale Wahlversprechen“ gebrochen. Darum geht es: Die CDU war angetreten, um die Mindestabstände zwischen Windrotoren zu Einzelhäusern (400 Meter) und Siedlungen (800 Meter) auf 500 beziehungsweise 1200 Meter zu vergrößern. Bei der FDP waren es 500 beziehungsweise 1000 Meter. Laut Koalitionsvertrag bleibt es aber vorerst bei den alten Mindestabständen. Hinzu kommt eine Höhenregelung. Bei Einzelhäusern muss der Abstand wie bisher mindestens die dreifache Rotorhöhe (Flügelblattspitze) betragen, bei Siedlungen künftig die fünffache Höhe.

Aus Sicht von Kirchhof stehen Anwohner damit sogar schlechter da. Ihre Rechnung: Bei einer 150-Meter-Anlage betrage der Mindestabstand zu einer Siedlung nach der Fünffach-Formel nur noch 750 Meter. Umweltminister Robert Habeck, der auch diesen Passus verhandelt hat, lässt das nicht gelten, weil die alte Mindestabstandsregelung (mindestens 800 Meter) parallel weiter gilt. „Der Vertrag sieht keine Verschlechterung vor.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit seinem dritten Lebensjahr spielt Oliver Schaffer mit Playmobil. Mit über 20.000 Figuren und 100.000 Einzelteilen besitzt der 38-jährige Kieler die größte Schausammlung der Welt. Ab Sonntag ist sie im Ostholstein-Museum in Eutin zu sehen.

Ralph Böttcher 22.06.2017

Eindeutiges Votum: Parteiübergreifend haben die Mitglieder des Innen- und Rechtsausschusses des Landtags am Mittwoch dem SPD-Antrag auf Akteneinsicht in der Rocker-Affäre zugestimmt.

Bastian Modrow 22.06.2017

Das schleswig-holsteinische Jamaika-Bündnis will in der Drogenpolitik auf „Entkriminalisierung statt auf Repression“ setzen. „Die Möglichkeit zur kontrollierten Freigabe von Cannabis im Rahmen eines Modellprojektes werden wir prüfen“, heißt es im Koalitionsvertrag von CDU, FDP und Grünen.

Anne Holbach 21.06.2017