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Schleswig-Holstein Viele Einsätze für Feuerwehren im Land
Nachrichten Schleswig-Holstein Viele Einsätze für Feuerwehren im Land
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12:36 29.07.2018
Von Tanja Köhler
Mit voller Fahrt in Richtung Kieler Hafen: Die "Stadt Kiel", die SFK Fähre "Schilksee" und der SFK Schlepper "Falckenstein" kämpften sich gegen die Strum- und Regenböen zurück in den sicheren Hafen. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Sonnabendnachmittag vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Hagelschlag. Kurze Zeit später mussten die Feuerwehren in Schleswig-Holstein zu über 100 wetterbedingten Einsätzen ausrücken.

Bäume waren umgeknickt, Äste lagen auf den Wegen, Straßenschilder waren umgefallen, Baugerüste mussten gesichert werden, Straßen standen unter Wasser. Menschen wurden zum Glück nicht verletzt.

Der Schwerpunkt lag vor allem im Süden des Landes. Im Norden war nach einem kräftigen Schauer die Gefahr gebannt. 

So viele Einsätze registrierten die Leitstellen

Bei der Leitstelle Elmshorn (West) waren rund 50 Einsätze dieser Art aufgelaufen, in Lübeck (Süd) mussten zwischen 20 und 30 Einsätze abgearbeitet werden. Die Regionalleitstelle Kiel (Mitte) registrierte in den Kreisen Plön, Rendsburg-Eckernförde und den kreisfreien Städten Kiel und Neumünster insgesamt 34 Notrufe. Zehn davon arbeitete die Berufsfeuerwehr Kiel ab. 

Für den Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Neumünster zählte die Einsatzleitstelle in Kiel am Sonnabend zwischen 16 Uhr und 20.15 Uhr insgesamt 16 Einsätze. Personen wurde nicht verletzt. Vorrangig mussten nach Polizeiangaben Gefahrstellen durch herabfallende Äste oder umgestürzte Bäume beseitigt werden. In Neumünster drohte gegen 16.40 Uhr die Schornsteinabdeckung eines Hauses in der Robert-Koch-Straße hinabzustürzen. Die Sauerbruchstraße war kurzfristig gesperrt.

In Eckernförde gab es Einsätze wegen eines losen Werbeschildes am Lornsenplatz, eines auf einen Pkw gefallen Astes in der Preußerstraße und eines umgestürzten Baums.

In Rendsburg wurde ein umgestürzter Baum An der Untereider gemeldet und Wasser auf der Fockbeker Chaussee. Die restlichen Einsätze verteilten sich im Kreisgebiet zwischen Jevenstedt und Felm.

Um 16.42 Uhr wurde eine Windhose in Bordesholm gemeldet. In der Straße Langenheisch war ein Baum auf ein Auto gestürzt.

In Flensburg gab es zwischen 17.30 und 18.20 Uhr fünf Alarmierungen, im Kreis Schleswig-Flensburg waren zwei Straßen überflutet. Die Rader Hochbrücke wurde kurzzeitig für leere Lkw und Gespanne gesperrt.

Bahnprobleme in Hamburg

Die Feuerwehr in Hamburg etwa meldete am Nachmittag innerhalb von zwei Stunden rund 45 wetterbedingte Einsätze. Größere Schäden waren zunächst nicht bekannt.

Auf der Strecke zwischen Bremen und Hamburg-Harburg musste die Bahn Fernzüge weiträumig über Hannover und Hamm umleiten. Die Sperrung sollte nach Angaben eines Bahnsprechers bis in den Abend dauern, weil Bäume weggeräumt und Oberleitungen überprüft werden müssten.

Im Hamburger S-Bahnverkehr führten Unwetterprobleme zu vereinzelten Störungen, wie die Bahn mitteilte. So konnte die Station Hammerbrook vorübergehend nicht angefahren werden. Auch zwischen den Haltestellen Berliner Tor und Wilhelmsburg fuhren zwischenzeitlich Ersatzbusse.

Leitstellen hatten aufgestockt

Da die Hitzegewitter vorhergesagt waren, hatten die Leitstellen in Schleswig-Holstein vorgesorgt: "Wir waren mit mehr Mann im Einsatz, um alle Anrufe abarbeiten zu können", sagte ein Sprecher der Berufsfeuerwehr Kiel. Im Nachhinein zeigten sich alle Leitstellen aber erleichtert, dass das Unwetter so glimplflich ausging und weniger Anrufe als prognostiziert aufliefen.

In den kommenden Stunden dürfte sich die Situation auch nicht mehr verschlimmern. Die Gewitter ziehen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in der Nacht zum Sonntag über die Ostsee ab. Es bleibt gering bewölkt oder klar. Die Luft kühlt auf 13 bis 17 Grad ab.

So wird das Wetter am Sonntag

Am Sonntag setzt sich dann wieder ein Hochdruckeinfluss durch. Vor allem in der Südhälfte von Schleswig-Holstein sowie in Hamburg ist mit einer starken Wärmebelastung zu rechnen. Mit Ausnahme der Ostseeküste besteht eine hohe, an der Elbe eine örtlich extrem hohe Waldbrandgefahr.

Die Höchstwerte auf Sylt liegen bei etwa 25, in Hamburg bis 29 Grad. Schwacher, an der See auch mäßiger Wind von Südwest auf Südost bis Ost drehender Wind wird vorhergesgt. 

Am Montag ist es wieder sonnig und mit 30 bis 33 Grad heiß, auf Helgoland und mit Seewind 25 Grad. 

Hier sehen Sie Bilder vom Wetterumschwung.
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