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Schleswig-Holstein Neue Vorwürfe gegen Sayn-Wittgenstein
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10:28 19.12.2018
Von Christian Hiersemenzel
Doris von Sayn-Wittgenstein, gerade vom Amt als AfD-Landesvorsitzende entbunden, macht neue Schlagzeilen: Sie soll per E-Mail ein etremrechtes Netzwerk pflegen. Quelle: Frank Molter/dpa
Kiel

Die Vorwürfe basieren auf Recherchen der linken Plattform Exif und der „Tageszeitung“ (taz).

In einer Mail vom 15. März 2016 soll Sayn-Wittgenstein den „lieben Mitstreitern“ ihr Vorhaben erläutert haben. Sie habe die Anschriften „aus vertrauenswürdiger Quelle“ erhalten und verteile täglich „mehrere Meldungen, die ich von nah und fern erhalte“, anonymisiert sie weiter. „Im Allgemeinen überprüfe ich die Richtigkeit der Aussendungen nicht.“ Die Mail schließt mit einem freundlichen Gruß – „besonders in die Schweiz und die Ostmark“. Als Ostmark wurde Österreich ab 1938 nach seinem sogenannten Anschluss ans Deutsche Reich bezeichnet.

Zum Thema: Kommentar von Christian Hiersemenzel

Fürstin soll rechtes Netzwerk pflegen

Unter den E-Mails befinden sich laut „taz“-Recherchen eine Einladung zu den „Patriotischen Stammtischen“ des baden-württembergischen NPD-Aktivisten Jürgen Schützinger, ein Verweis auf die „Weltnetzseite“ der „Gemeinschaft Avalon“ des Schweizer Rechtsextremisten Adrian Segessenmann und ein Hinweis auf ein „Totengedenken für die ermordeten Waffen-SS-Kameraden der Division Charlemagne“.

Sayn-Wittgenstein äußert sich nicht

Die Politikerin reagierte gestern auf eine Anfrage unserer Redaktion nicht. Die „taz“ zitiert sie mit der Aussage, dass es „keine Kontakte in irgendeine, auch keine rechtsextreme Szene“ gebe oder gegeben habe. Sollten die Vorwürfe stimmen, schlage dies „dem Fass den Boden aus“, sagte sagte Fraktionschef Jörg Nobis. Der Grünen-Abgeordnete Lasse Petersdotter forderte die Politikerin auf, ihr Landtagsmandat niederzulegen. CDU-Fraktionschef Tobias Koch wies darauf hin, dass sich bei der AfD „immer neue Abgründe“ auftäten: „Dem AfD-Landesvorstand, der sich bis zuletzt schützend hinter Frau von Sayn-Wittgenstein gestellt hat, bleibt jetzt nur der komplette Rücktritt.“

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Ulf B. Christen 19.12.2018