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Schleswig-Holstein Mehr Schutz für Ärzte und Sanitäter
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10:00 08.09.2018
Von Karen Schwenke
Auch der Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz am 20. Dezember 2016 führte dazu, dass ein neues Notfall-Konzept erarbeitet wurde. Quelle: Bernd von Jutrczenka
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Kiel

Das neue Konzept "Lebe" (Lebensbedrohlichen Einsatzlagen) wurde von Polizei, Feuerwehren und Rettungsdiensten in Schleswig-Holstein erarbeitet. Noch bis Ende des Jahres sollen die landesweit 6400 Polizisten und mehrere Tausend Notfallsanitäter, Notärzte und Feuerwehrleute mit einheitlichen Trainingsunterlagen geschult werden, erklären Dr. Michael Corzillius, Abteilungsleiter des Rettungsdienstes der Stadt Kiel, und Hauke Jürgens, Arzt bei der Landespolizei.

Hintergrund ist eine veränderte Gefahrenlage, mit der Einsatzkräfte in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt oder bei der Amokfahrt vor wenigen Monaten in Münster konfrontiert waren. Die vielen, zum Teil schwer verletzten Menschen konnten am Tatort nicht ohne Risiko für Ärzte und Sanitäter medizinisch versorgt werden. "Es besteht ein Zielkonflikt zwischen der schnellen medizinischen Versorgung und dem Schutz der Rettungskräfte", so Corzillius.

"Lebe" sieht vor, dass die Einsatzleitung des Rettungsdienstes und die Polizeiführung Hand in Hand arbeiten. "Neu ist, dass alle anderen Rettungskräfte nicht direkt zu den Verletzten fahren, sondern sich in einem räumlich abgesetzten Bereitstellungsraum versammeln", erklärt Corzillius. Rund um den Tatort werden Zonen definiert: Eine rote, gefährliche Zone, in der sich nur Polizisten aufhalten und die Verletzten betreuen dürfen, eine gelbe Zwischenzone, in der Rettungskräfte unter Polizeischutz Verletzte versorgen, und eine grüne, sichere Zone. Nach Angaben des Landespolizeiamtes haben Polizisten erstmals die Aufgabe, Verletzte aus einer (roten) Gefahrenzone zu holen, an den Rettungsdienst zu übergeben und die Rettungskräfte in der gelben Zone zu schützen. Hierfür werden sie speziell ausgestattet. Jeder Streifenwagen ist unter anderem ausgerüstet mit Sicherheitswesten inklusive Tragetuch für Verletzte und Erste-Hilfe-Material für lebensbedrohliche Wunden.

Ein Ereignis mit vielen Verletzten kann die Polizei sofort als "Lebe"-Lage einstufen. Der neue Alarm werde immer dann ausgelöst, wenn eine akute Lebensgefahr für alle bestehe, die sich im Einwirkungsbereich des Täters befinden, erklärt Polizeiarzt Jürgens.

Schleswig-Holsteins Innenstaatssekretär Torsten Geerdts lobt die neue Strategie. "Das Lebe-Konzept ist für alle beteiligten Einsatz- und Rettungskräfte vor Ort der Leitfaden, an dem sie sich orientieren können, und gibt größtmögliche Sicherheit." Bei einer Übung mit rund 900 Einsatzkräften habe sich das Konzept bereits bewährt.

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