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Schleswig-Holstein Honig baut Giftstoffe in kurzer Zeit ab
Nachrichten Schleswig-Holstein Honig baut Giftstoffe in kurzer Zeit ab
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14:02 13.07.2018
Von Heike Stüben
Das Jakobskreuzkraut JKK ist nicht die Lieblingspflanze der Bienen. Sie fliegen lieber auf Linde, Rot- und Steinklee und Kornblumen. Doch die finden die Tiere oft nicht mehr massenhaft in der Nähe. Mit Pollen und Nektar vom JKK gelangen PA in den Honig - Inhaltsstoffe, deren Abbauprodukte zu schwere Leberschäden führen können. Möglicherweise nur ein vorübergehendes Risiko: Denn die PA werden im Honig nach kurzer Zeit abgebaut. Quelle: Karin Jordt
Molfsee

2014 machte ein Zufallsbefund Dr. Aiko Huckauf, Leiter des JKK Kompetenzzentrums bei der Stiftung Naturschutz, stutzig. „Im Rahmen unseres Projekts ‚Blüten für Bienen‘ untersuchen wir jedes Jahr Honige auf Pyrrolizidinalkaloiden* (PA)“, erklärt der promovierte Chemiker, „2014 war ein sehr hoch belasteter Honig darunter. Um Messfehler auszuschließen, wurde er nach einigen Wochen erneut untersucht. Und da waren die Werte sehr viel niedriger.“ Zufall oder Folge eines Abbaus?

Überraschende Ergebnisse

Um das herauszufinden, wurden - finanziert vom Kieler Umweltministerium - Proben derselben belasteten Honige von vier unabhängigen Laboren in regelmäßigen Abständen analysiert. Untersucht wurde die oxidierte Form von PA, weil sie die Hauptlast der PA durch das Jacobskreuzkraut darstellt. „Die Ergebnisse waren überraschend eindeutig. Schon nach 40 Tagen waren die Werte drastisch gesunken, nach vier Monaten gar nicht mehr messbar“, erklärt Huckauf.

Belastung in Tee gefunden

An der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde in einer Untersuchungsreihe zudem gemessen, wie sich PA in Heu und Pfefferminztee verhalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR in Kräutertees sowie in grünem, schwarzen und Rotbusch-Tee bis zu 3430 Mikrogramm pro Kilogramm Trockenprodukt nachgewiesen.

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Die Untersuchungen der Münchener Universität ergaben nun: Die PA in Tee und Heu verringerten sich nicht, aber im Honig waren sie nach wenigen Wochen nicht mehr nachweisbar.

PA in Tee und Heu beständig

Unklar ist noch, in welche Abbauprodukte sich die PA im Honig verwandeln. „Das sind hochkomplexe Untersuchungen, die das BfR jetzt durchführen muss“, fordert Huckauf. Er sieht aber starke Hinweise dafür, dass mit dem Abbau auch eine Entgiftung einhergeht.

Dass es überhaupt zu einem Abbau kommt, schreibt der Chemiker den Enzymen der Honigbiene zu. „Die enzymatischen Aktivitäten hören mit dem Schleudern des Honigs nicht auf. Das ist wahrscheinlich der entscheidende Unterschied zu den Tees.“

Gefahr für Pferde bleibt

Den Pferde- und Rinderhaltern helfen diese Erkenntnisse nicht. Sie müssen weiter fürchten, dass in Heu und Heu-Silage PA-haltige Pflanzen enthalten sind. Dort können die Tiere die Bitterstoffe nicht mehr wie bei den frischen Pflanzen auf der Weide wittern und schmecken.

*PA= Pyrrolizidinalkaloiden (PA) ist ein Laborwert für Honig. Der gängige Orientierungswert liegt bei maximal 474 Mikrogramm pro Kilogramm Honig.

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