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Schleswig-Holstein Nicht jeder konnte die Festtage genießen
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19:24 26.12.2018
Von Bastian Modrow
Feuerwehr und Polizei hatten an Weihnachten 2018 jede Menge Einsätze in Schleswig-Holstein. Quelle: Ulf Dahl (Symbolfoto)
Kiel

Trotz des eher grauen und kühlen Wetters war in den Küstenorten von Nord- und Ostsee am Mittwoch jede Menge los. Viele nutzten den zweiten Feiertag zu einem entspannten Spaziergang am Meer. Andere setzen auf mehr Action: Vor Laboe standen die Winde gut für Kite-Surfer – da setzte auch der Weihnachtsmann zu waghalsigen Sprüngen an. Auch auf Fehmarn waren die Wassersportler aktiv.

Von wegen Rentierschlitten: Ein Weihnachtsmann wurde beim Kite-Surfen vor Laboe gesichtet. Bastian Drechsel, 33, aus Hamburg ist in Brodersby aufgewachsen und nutzt die Weihnachtstage für Familienbesuche und Freizeitsport auf der Kieler Förde. Quelle: Ulf Dahl

Mancherorts hatten auch die Weihnachtsmärkte noch geöffnet: Punsch und gebrannte Mandeln schmeckten vielen schon wieder. Seit dem Nachmittag war auch auf den Straßen in Schleswig-Holstein wieder deutlich mehr los: Viele Weihnachtsurlauber traten die Heimreise an. Größere Probleme auf den Autobahnen im Norden meldete die Polizei allerdings nicht.

Häftling kletterte auf das Dach der JVA Lübeck

Große Aufregung gab es in der Justizvollzugsanstalt in Lübeck: Dort war ein 26 Jahre alter Häftling am Montag unbemerkt auf das Dach eines Gebäudes geklettert, konnte aber schließlich überzeugt werden, wieder in seine Zelle zurückzukehren; die Feuerwehr holte ihn per Drehleiter.

Nach Polizeiangaben handelte es sich bei der Aktion nicht um einen Ausbruchsversuch. Der Mann sei über das Dach in den Bereich des Innenhofes geklettert und habe sich an die Gitterstäbe eines Zellenfensters geklammert. Nach Informationen der Kieler Nachrichten soll es sich um eine Protestaktion gehandelt haben: Der 26-Jährige habe eine selbstgebastelte israelische Flagge um die Schultern getragen und sei barfuß gewesen. Die JVA-Leitung in Lübeck war am Mittwoch telefonisch nicht erreichbar.

Auto prallt gegen Baum - 74-Jähriger schwer verletzt

In Lübeck ist am zweiten Weihnachtstag ein Mann mit seinem Auto gegen einen Baum geprallt und schwer verletzt worden. Der 74-Jährige sei am Mittwochvormittag mit seinem Wagen aus unbekanntem Grund von der Fahrbahn abgekommen, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle. Einsatzkräfte bargen den dabei in seinem Fahrzeug eingeklemmten Mann und brachten ihn in ein Krankenhaus.

In Neumünster wurden bei einem Unfall auf der B205 drei Menschen leicht verletzt. Aus bislang ungeklärter Ursache sind zwei Autos am zweiten Weihnachtsfeiertag frontal zusammengestoßen.

Hier sehen Sie Bilder vom Unfall an der B205.

Brände an Weihnachten: Zwei Menschen starben

Ganz anders sah es für die Einsatzkräfte an den Festtagen zuvor aus: Bei Wohnungsbränden kamen zwei Menschen ums Leben. In der Nacht zu Montag war ein 75 Jahre alter Mann bei einem Wohnungsbrand in Stockelsdorf im Kreis Ostholstein ums Leben gekommen. Nachbarn des Mannes waren um kurz nach zwei Uhr morgens auf ein Feuer in seiner Erdgeschosswohnung aufmerksam geworden. Die Rettungskräfte konnten den tauben, blinden und bettlägerigen Wohnungsinhaber jedoch nur noch tot bergen. Die Wohnung brannte vollständig aus. „Die genaue Brandursache ist noch unklar“, sagte Polizeisprecher Ulli Gerlach.

Auch der Zimmerbrand in einer Seniorenwohnanlage im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg endete für eine 91 Jahre alte Bewohnerin tödlich: Laut Feuerwehr war das Bett der alten Frau in Brand geraten. Die Einsatzkräfte seien über die automatische Brandmeldeanlage im Erdgeschoss des Heims informiert worden. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatten Mitarbeiter der Wohnanlage das Feuer bereits unter Kontrolle gebracht. Die Einsatzkräfte retteten die Frau aus ihrem Zimmer, ein Notarzt konnte jedoch nur noch ihren Tod feststellen.

Dachstuhl ging in Lübeck in Flammen auf

In Nusse im Kreis Herzogtum Lauenburg ist Anbau eines Bauernhofs aus bisher unbekannten Gründen in Flammen aufgegangen. Hinweise auf Brandstiftung gebe es nicht, sagte ein Feuerwehrsprecher. Unweit der Einsatzstelle musste in der Nacht noch ein weiteres Feuer bekämpft werden.

In Lübeck-Moising ist am zweiten Weihnachtsfeiertag im Bruchweg ein Dachstuhlbrand ausgebrochen. Die Feuerwehr eilte mit einem Großaufgebot herbei und versuchte, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Häuser im Reihenhauszug zu verhindern – wie es scheint, zumindest nicht ganz erfolgreich: Zumindest eine weitere Dachgeschosswohnung dürfte nicht mehr bewohnbar sein. 

Stromausfall in Pinneberg: Hunderte Haushalte saßen im Dunkeln

Wegen eines Kurzschlusses saßen Hunderte Haushalte im Kreis Pinneberg an Heiligabend im Dunkeln. Wie ein Sprecher der Stadtwerke mitteilte, hatte eine technische Störung um kurz nach 18 Uhr zunächst nur einen Teil der Versorgung in dem betroffenen Gebiet ausfallen lassen. Die Störung habe wenig später jedoch einen Kurzschluss ausgelöst, wodurch dann mindestens 500 Haushalte ganz vom Stromkreis abgeschnitten wurden. Erst nach rund fünf Stunden konnte die Versorgung wieder aufgebaut werden.

In Kiel mussten rund 100 Haushalte ohne Wasser an Heiligabend auskommen.  In der Straße Fleethörn ereignete sich ein Wasserrohrbruch. Das Wasser füllte einige Keller, die von der Feuerwehr leergepumpt werden mussten. Die Stadtwerke Kiel haben den Schaden zusammen mit einer Baufirma noch in der Nacht zum ersten Weihnachtstag repariert.

246 Einsätze für die Polizei in Kiel und Kreis Plön

Die Polizei Kiel arbeitete vom 24. Dezember 2018, 12 Uhr, bis Mittwochmorgen, 6 Uhr, insgesamt 246 Einsätze ab. Davon entfielen 188 auf das Stadtgebiet Kiel und 58 auf den Kreis Plön. Ein 21-Jähriger verbrachte die Nacht zum Mittwoch im Polizeigewahrsam. Gegen 5 Uhr meldeten sich Anwohner der Kieler Gutenbergstraße und teilten mit, dass eine Personengruppe laut schreie und ein Mann gegen Autos treten würde. Als die Beamten die Gruppe kontrollierten, leistete der 21-Jährige Widerstand. Er wurde überwältigt und durfte anschließend den ersten Weihnachtsfeiertag im Gewahrsam ausklingen lassen.

Kein Absturz - Mann wollte sich nur ausruhen

An der Steilküste bei Kiel-Schilksee hat ein Mann am ersten Weihnachtsfeiertag ungewollt einen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Gegen 11 Uhr hatten Spaziergänger in Schilksee von der Steilküste nahe der Seekante eine Person unterhalb der Steilküste am Strand liegen sehen. Da sich der Mann nicht bewegte und auf dem Bauch im Sand lag, vermuteten die Spaziergänger eine Notlage. Unweit der Stelle war zudem eine Abbruchkante der Steilküste. Es bestand der Verdacht eines Absturzes. Kurz nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte löste sich der vermeintliche Notfall dann aber auf. Die Person hatte sich nur in den Strand gelegt. 

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