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Schleswig-Holstein Hobby-Anglern droht Bußgeld
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10:01 26.04.2018
Von Ulf B. Christen
Der Dorschbestand in der Ostsee ist eingebrochen. Jetzt geht es um einen Solidaritätsbeitrag der Angler. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Kiel

Betroffen sind mehrere Tausend Meeresangler, die an Stränden, auf Brücken oder von Kuttern Dorsch fischen. Im Gespräch ist, die Schutzmaßnahmen auf weitere Fischarten auszudehnen. „Das Grundproblem ist, dass der Dorschbestand in der Ostsee eingebrochen ist“, sagte Habeck. Die EU habe daraufhin die Fangquote für die Berufsfischer deutlich gesenkt.

„Jetzt geht es um einen Solidaritätsbeitrag der Angler.“ Ihre Bedeutung ist nach Berechnungen des Rostocker Thünen-Instituts für Ostseefischerei erheblich. Demnach haben in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Spitzenjahren 160000 Angler rund 2700 Tonnen Dorsch an Land gezogen. Das sind etwa eine Million Dorsche – und damit so viele, wie in den Netzen der Berufsfischer landen.

113,50 Euro für den sechsten Fisch

Habeck betonte, dass die EU-Tagesquote von bis zu fünf Dorschen in Schleswig-Holsteins bisher mangels Rechtsgrundlage eher auf dem Papier stand. Habeck will deshalb das Fischereigesetz in zwei Kernpunkten ändern.

Zum einen sollen künftig mehr als die derzeit rund 60 haupt- und ehrenamtlichen Kontrolleure Anglern über die Schulter gucken. Zum anderen soll bei Verstößen erstmals ein Verwarngeld von 50 Euro fällig werden. Hinzu kämen, so die Pläne des Ministeriums, für jeden zu viel gefangenen Dorsch 35 Euro und obendrauf 28,50 Euro Gebühren. Unter dem Strich würde der sechste Dorsch im Eimer damit 113,50 Euro kosten.

Tagesfangquoten für Meerforellen und Lachse?

Die EU erwägt, auch für Meerforellen und Lachse Tagesfangquoten einzuführen. In der Kieler Jamaika-Koalition ist noch umstritten, ob bei der Reform des Fischereirechts auch die Möglichkeit geschaffen wird, bei Bedarf Quoten für Fische in Binnengewässern wie etwa Hecht oder Zander einzuführen.

Die Regierungsvorlage soll den Landtag am Freitag ohne Aussprache passieren, in den Ausschüssen beraten werden und nach einer zweiten Lesung im Parlament im Herbst in Kraft treten.

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