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Schleswig-Holstein Obduktion: Obdachloser ist verblutet
Nachrichten Schleswig-Holstein Obduktion: Obdachloser ist verblutet
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10:14 19.10.2018
Beamte der Spurensicherung finden eine Patronenhülse an der Kreuzung Schützenstraße. Hier ist am Sonntag ein junger Obdachloser erschossen worden. Quelle: Jens Burmester
Bad Oldesloe

Nach dem Tod eines 21-jährigen Obdachlosen durch Polizeikugeln in Bad Oldesloe geht die Diskussion über den Einsatz der Beamten weiter. Polizei und Staatsanwaltschaft sprechen jetzt von einem Angriff des jungen Mannes auf die Beamten. In der Stadt fragen sich viele Menschen, ob die Polizisten ihn nicht anders hätten stoppen können, ohne ihn zu töten.

Zwei Schüsse, dann lag der 21-Jährige sterbend auf dem Fußweg

Er hieß Robin. Am Sonntagvormittag gegen 11.30 Uhr tauchte er mit einem 18 Zentimeter langen Messer vor der Schwimmhalle in Oldesloe auf. Zeugen riefen die Polizei, die erste Beamtin und der erste Beamte entdeckten ihn 100 Meter entfernt in der Schützenstraße. Ein Warnschuss. Doch Robin rannte weg. Ein zweiter Streifenwagen kam dazu. Plötzlich zwei weitere Schüsse, so berichteten es Zeugen den LN. Dann lag der 21-Jährige sterbend auf dem Fußweg.

Obduktion offenbart genaue Todesursache

Der Leichnam des 21-Jährigen wurde am Montag in die Lübecker Rechtsmedizin gebracht und obduziert. Am Dienstag veröffentlichte der Leitende Oberstaatsanwalt Lübeck das Ergebnis der Obduktion. Demnach habe die „Schussabgabe zu schwersten inneren Verletzungen vornehmlich im Bereich der Luftröhre und der Lungenarterie“ geführt, was einen großen Blutverlust zufolge hatte. Die Obduktion decke sich aktuell mit den Angaben der Polizeibeamten, die sie unmittelbar nach den tödlichen Schüssen in Vernehmungen gemacht haben, so der Oberstaatsanwalt.

Erstmeldung: Polizist erschießt bewaffneten Mann

Tod durch Polizeikugeln: Warum musste der Obdachlose Robin L. sterben?

Nach den Schüssen hätten die Polizisten die Vitalfunktionen des 21-Jährigen überprüft, so die Staatsanwaltschaft. Zunächst sei er noch am Leben gewesen, doch kurz darauf hätten die Beamten keinen Puls mehr feststellen können. Der wenig später eingetroffene Notarzt habe nur noch den Tod von Robin festgestellt.

Schüsse von vorn in die Brust

Die zwei Schüsse aus dem Lauf der Waffe eines 32-jährigen Obermeisters der Wache Bad Oldesloe hätten den Obdachlosen „von vorne in die Brust“ getroffen, erklärte am Montag Staatsanwalt Christian Braunwarth, Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft Lübeck. Mehrfach hätten die Beamten den 21-Jährigen zuvor lautstark aufgefordert, das Messer wegzulegen. Sie hätten sogar Pfefferspray eingesetzt.

Von dpa/RND

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