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Schleswig-Holstein Kennen Sie diese Museen in Schleswig-Holstein?
Nachrichten Schleswig-Holstein Kennen Sie diese Museen in Schleswig-Holstein?
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12:00 28.10.2018
Von Robert Michalla
Besondere Museen in Schleswig-Holstein: Kennen Sie diese Museumsschätze? Quelle: Michalla, Robert
Kiel
 

Elektromuseum Rendsburg

Das Prunkstück im Elektromuseum: "Über das Orchestrion lassen sich amüsante Geschichten erzählen."

Im Foyer des Elektromuseums in Rendsburg erschallt aus der Musikbox „Lili Marlen“ mit Marlene Dietrich, im nächsten Raum ist ein Stopfei von Ex-Bundeskanzler Konrad Adenauer ausgestellt, und wenn der Besucher das im Jugendstil ausgestattete Wohnzimmer passiert hat, dann lädt das Musikzimmer zum Staunen ein. Ein Instrument hat es Winfred Fischera besonders angetan.

„Das Orchestrion ist nicht nur mein Lieblingsstück, sondern auch das Prunkstück des Museums.“ Der 75-Jährige gehört seit mehr als 20 Jahren zu den Museumsführern. Wenn Fischera über das Musikinstrument, ein elektrisches Klavier mit pneumatischer Lochbandsteuerung, zu erzählen beginnt, dann leuchten seine Augen. „Um das Orchestrion rankt sich eine Reihe von Geschichten. Von dem Instrument geht eine unvergleichliche Faszination aus.“ Das Musikinstrument wird elektrisch, mechanisch und luftgesteuert betrieben. „Ein Elektromotor setzt einen Blasebalg in Gang, der Luft erzeugt und damit die sieben Hauptrelais versorgt“, erzählt Fischera. Die Relais steuern die sieben Instrumente: Klavier, Pauke mit Becken, Schlagzeug, Harfe, Cello-Violine, Xylophon und Flötenregister.

Ausstellung im Marine-Ehrenmal Laboe

Das Bulley, das Marine-Historiker Dr. Jann Markus Witt hier zeigt, erzählt die Geschichte des im Januar 1945 versenkten Truppentransporters Wilhelm Gustloff.

Das Marine-Ehrenmal in Laboe ist zwar kein klassisches Museum, sondern vorrangig eine Gedenkstätte der auf See gebliebenen Menschen. Dennoch ist in seiner ständigen Ausstellung auch ein Museumsstück zu sehen, das Original-Bullauge der „Wilhelm Gustloff“. Dieses 1937 als Passagierschiff für die Deutsche Arbeitsfront vom Stapel gelaufene und als Truppentransporter registrierte Schiff wurde kurz vor Kriegsende beschossen und versenkt. Das Bulley erinnert an die Todesopfer von damals. Das Wrack liege bis heute in 42 Metern Tiefe auf dem Grund der Ostsee und gelte als geschütztes Seekriegsgrab, sagt Dr. Jann Markus Witt, Historiker beim Deutschen Marinebund.

Ende der 1980er Jahre hatte eine englische Taucherexpedition zwei Bullaugen der Gustloff heraus geschweißt. „Sie wurden vom Deutschen Zoll geschnappt und beschlagnahmt. Denn das Wrack ist laut Völkerrecht immer noch Eigentum der Bundesrepublik Deutschland“, so Witt weiter. Seitdem erinnert eines der beiden Bulleys in Laboe an die Menschen, die damals den Tod gefunden haben, das zweite ist im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven zu sehen.

HeimatmuseumAlte FeuerwacheSchwentinental

Zwei Fotos - eine Geschichte. Die Schiffsglocke des Kreuzers SMS Stralsund wurde im Lager Karkkamp (oben links) hinter dem Rosenheim 1949 in den ersten Raisdorfer Kirchturm gebaut.

Das HeimatmuseumAlte Feuerwache“ steckt voller Lieblingsstücke. Dort zeigen der Heimatbund, die Schützengemeinschaft und der Sportfischerverein Schwentine mit Fotos, Dokumenten und Exponaten ein Stück Zeitgeschichte. Helmut Ohls Lieblingsstücke sind das Schwarz-Weiß-Bild einer Glocke und eine Luftaufnahme vom Rosenheim und das dahinter liegende Lager Karkkamp. „Das Lager und die Glocke gehören zu derselben Geschichte“, erzählt der Ex-Bürgermeister und Ehrenvorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes Schwentinental.

Das Barackenlager Karkkamp (Kirchenkamp) nahm nach dem Krieg Flüchtlinge auf. Das kleine Raisdorf wuchs von 750 auf 1800 Einwohner. Der Ort habe bis dahin nie eine Kirche besessen. Pastor Rudolf Fitzner äußerte gegenüber den britischen Besatzern den Wunsch nach einem Glockenturm für den kleinen Kirchenraum. Kurzerhand fuhren ein britischer Reverend und Fitzner nach Hamburg und ergatterten von den im Hafen lagernden 18 000 Kirchenglocken nur noch eine Schiffsglocke.

Schifffahrtsarchiv Rendsburg

Das Lieblingsstück von Alfred Gudd: "Auf diesem Küstenmotorschiff habe ich als Moses begonnen."

Wer das Rendsburger Schifffahrtsarchiv betritt, lässt sich auf eine maritime Geschichtsreise ein. In dem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1697 sind über drei Etagen mehrere Hundert Exponate aus verschiedenen Jahrhunderten Schifffahrt zu sehen. Zu verdanken hat Rendsburg das Schifffahrtsarchiv Jens-Peter Schlüter. Der Reeder, 2014 gestorben, hat mit seinem Engagement und seiner Sammlung zur Rendsburger Schifffahrtsgeschichte das Museum 2007 als Stiftung entstehen lassen.

Wer sich für einen Besuch im Archiv entscheidet, der kann seinen Wissensdurst bei dem Nautiker Alfred Gudd stillen. Der Rendsburger Stadthistoriker agiert als „wandelndes Archiv“, Zeitzeuge, Fachmann und Museumsleiter zugleich. 13 Jahre lang ist Gudd bis 1970 auf der Nord- und Ostsee gefahren. Im Eingangsbereich des Museums zeigt der Rendsburger auf das Modell eines Küstenmotorschiffes, das ihm ans Herz gewachsen ist und bei ihm Erinnerungen lebendig werden lässt. In der Realität ist das Schiff Baujahr 1950 und 36 Meter lang: „Auf diesem Schiff bin ich mit 17 Jahren zehn Monate als Moses, als Schiffsjunge im ersten Lehrjahr, gefahren“, sagt der 77-Jährige.

Historisches Museum Rendsburg

Der Tresen aus dem Eisenwarenladen von Paul Matz ist ein Stück Stadtgeschichte, sagt Martin Westphal, der Leiter des Historischen Museums.

Martin Westphals liebstes Stück nimmt im ersten Stock seines Historischen Museums in Rendsburg eine Wand ein und reicht fast bis zur Decke: Theke und Tresen des Eisenwarenladens Paul Matz aus massivem Holz. „Ein Stück Stadtgeschichte“, sagt Museumsleiter Westphal. Es ist, als hätte Wolfgang Matz seinen Eisenwarenladen grade zur Mittagspause verlassen. Das Firmenschild über der Theke ist beleuchtet, in der Ecke hängt sein blaugrauer Kittel.

Matz verkaufte in seinem von Vater Paul übernommenem Laden jeden Nagel, jede Schraube einzeln. Wer eine Handvoll wollte, dem wog er das Material ab und kassierte grammweise. 1993 schloss Matz für immer ab, und die Männer vom Rendsburger Bauhof rückten an. Theke und in zwei Teile zersägten Tresen brachten sie ins wenige Schritte entfernte Historische Museum.

Heimatmuseum Preetz

Heinke Heintzen, die Vorsitzende des Heimatvereins Preetz und Umgebung, zeigt das Bild einer Familie aus dem Jahr 1897, auf dem bei dem sitzenden Mädchen ein ähnlicher Schuh zu erkennen ist.

Für Heinke Heintzen, Mitbegründerin und Leiterin des Preetzer Heimatmuseums, ist es der Kinderstiefel, der ihr ans Herz gewachsen ist. Der Lederschuh mit Knopfleiste und unzähligen Flickstellen gehört längst nicht zu den ältesten Exponaten, die im Heimatmuseum zu finden sind. Aber er ist eines der ersten Stücke, die in das 1993 eröffnete Museum einziehen durften – und ein anrührendes Unikat allemal. Zudem gilt der Schuh als kleiner Zeitzeuge für gut 100 Jahre Schuhmacherhandwerk in Preetz und gewährt auch einen Einblick in das damalige Familienleben.

„Die vielen Gebrauchsspuren und Flickstellen stammen ganz gewiss nicht von nur einem Kind. Wahrscheinlich musste das Jüngste einer großen Kinderschar die kleinen Stiefel auftragen“, sinniert Heintzen. In ihrer Bildersammlung hat sie ein Familienfoto aus dem Jahr 1897 gefunden, auf der eines der Mädchen einen ähnlichen Schuh trägt. Also dürfte das lederne Museumsstück gut 120 Jahre alt sein. Neben der Probsteier und anderer Keramik, darunter die ältesten Stücke aus dem 13./14. Jahrhundert, sind im Museum eine nahezu komplette Schuhmacher- und eine Goldschmiedewerkstatt zu sehen, außerdem Silber- und Zinngegenstände, Funde aus slawischer Zeit oder Gefäße und Grab-Beigaben von einem Preetzer Urnenfriedhof, auf dem vermutlich zwischen dem zweiten und vierten Jahrhundert wohl vor allem Frauen bestattet wurden.

Kreismuseum Plön

Julia Meyer zeigt ein Goldrubin-Fäschchen, das Ende des 17. Jahrhunderts hergestellt wurde. Johann Kunkel hatte gerade ein Verfahren entwickelt, durch den Zusatz von Gold leuchtend rotes Glas zu schmelzen.

Die Rippenflasche leuchtet rubinrot, Fuß und Drehverschluss sind gülden. Julia Meyer hält sie vorsichtig zwischen ihren weiß-behandschuhten Fingern. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das hübsche Stück in der Glashütte Potsdam hergestellt. Vorsichtig öffnet die Leiterin des Plöner Kreismuseums den Verschluss. „Riecht nach nichts. Noch nicht einmal muffig“, sagt sie. Für Parfüm ist die Flasche mit ihren rund 20 Zentimetern zu groß. Vielleicht war sie mal mit feinem Öl befüllt? Das ist nicht überliefert. Wohl aber, wer der Erfinder dieses roten Glases war: Johann Kunckel.

Seine Wurzeln hat der bedeutende Alchimist in Plön. Er entwickelte ein Verfahren, wie man leuchtend rotes Glas herstellt. Nämlich durch den Zusatz von Gold. Und diese Goldrubin-Flasche gehört zur norddeutschen Glassammlung im Kreismuseum. Sie ist eines von Meyers Lieblingsstücken. Kein Wunder – bei der Geschichte. Denn schließlich stammt es aus der Schmelze eines Plöners. Eines richtig berühmten Glasmachers, der im Kreis Plön geboren wurde, vermutlich in Ascheberg. Dort betrieb sein Vater eine seiner Glashütten, das Geburtsjahr muss irgendwann zwischen 1637 und 1652 liegen. Kunckel bezeichnete sich selber als „Ploena Holsatus“ – wobei die Herkunftsangabe Ploena die Stadt Plön oder das Kirchspiel Plön meint. Seine Familie hatte sich hier dem Glasmachen verschrieben.

Kindheitsmuseum Schönberg

Theo Sakmirda hat seine Liebe für Baukästen bis heute nicht verloren. Der 88-Jährige baute die Santa Maria.

Das Kindheitsmuseum in Schönberg ist bundesweit wohl das einzige, das sich der Entwicklung der Kindheit mit all ihren Aspekten wie Erziehung, Spielzeug, Schule, Kleidung in mehr als 100 Jahren widmet. Im Kindheitsmuseum darf nach Herzenslust gespielt, ausprobiert und angefasst werden. Möglich macht das ein ehrenamtlicher Verein, der aktuell etwa 60 Mitglieder zählt. Weniger als ein Dutzend davon sind aktive Museumsmitarbeiter. Sie konzipieren Sonderausstellungen, wie die aktuelle Schau: Baukästen. Ein ganz besonderes Exponat findet sich darunter: Ein Modell der „Santa Maria“ – das Schiff von Christoph Kolumbus, die Theo Sakmirda aus Kiel im Alter von neun Jahren selbst gebaut hatte.

„Der Bausatz bestand aus Zeichnungen und einer Stückliste für das benötigte Material“, erinnert sich der heute 88-Jährige. Es gelang dem Jungen, Sperrholz und Fichtenbretter zu ergattern, auf die er die Zeichnung für das Schiff übertragen konnte. „Das wurde mit der Laubsäge ausgesägt und mein Vater kontrollierte, ob die ausgesägten Teile mit der Zeichnung übereinstimmten“, erzählt Sakmirda. Nach dem zweiten Weltkrieg konnte er sein Schiffsmodell aus den Trümmern bergen und wieder herrichten. Später übergab er es an den Verein Kindheitsmuseum, den er 1988 mit gegründet hatte.

Freilichtmuseum Molfsee

Museumsleiter Dr. Wolfgang Rüther vor seinem Lieblingsstück - der Panoramatapete "Ansichten aus Nordamerika, die 1835 bei Jean Zuber in Rixheim hergestellt wurde und für das Museum nachgedruckt wurde.

Seit sieben Jahren leitet Dr. Wolfgang Rüther das Freilichtmuseum Molfsee – Landesmuseum für Volkskunde. Er gesteht mit einem Schmunzeln: „Ich glaube nicht, dass ich schon alles im Museum gesehen habe. Aber ich habe schon viele kleine und große Schätze gesehen.“ Daher fiel ihm die Wahl seines persönlichen Lieblingsstücks ganz leicht: „Das ist eine ganz besondere Tapete. Damit wird ein Raum im Haus aus Schmielau zu einem ganz besonderen Ort mit einer besonderen Bedeutung in der heutigen Zeit“, erklärt Rüther.

Das im Jahr 1793 von Johann Boie erbaute Haus gehörte in Dithmarschen zu den jüngeren Höfen und gilt als einer der schönsten der dortigen Landschaft. Nach dem Tod von Boie heiratet seine Frau 1793 Eggert Schmielau, in dessen Besitz nach der Hochzeit auch das Haus übergeht. Und die Schmielaus sind nicht nur wohlhabende Bauern, sie sind auch Landesbevollmächtigte, werden als Herren angesprochen und wissen, was in der Welt vor sich geht. 

Familie Schmielau stattete ihren Pesel (Hauptraum) schon damals mit Tapeten aus, in den Häusern der Elbmarschen sind es sogar Bildtapeten aus Frankreich (die sogenannten papier panoramique), die dort zu sehen sind. Genau eine dieser Tapeten – die Panoramatapete „Ansichten aus Nordamerika“, die 1835 bei Jean Zuber in Rixheim (Elsass) hergestellt und für das Freilichtmuseum nachgedruckt wurde, hat es Museumsdirektor Wolfgang Rüther angetan. Und zwar gar nicht so wegen seiner Optik – die Tapete ist im Haus aus Schmielau „raumgreifend“ zu bewundern –, sondern eher wegen der Bedeutung. „Wir sehen eine Tapete, auf der indigene Völker gemeinsam mit ehemaligen Sklaven, die gleich gekleidet sind wie die Nordamerikaner auf dem Bild, gemeinsam feiern. Das ist ein politisches Glaubensbekenntnis vor mehr als 200 Jahren, und damit hat es eine unglaubliche Bedeutung“, betont der Volkskundler.

Hansemuseum Lübeck

Das Foto zeigt den Eingangsbereich des Hansemuseums mit den Treppenaufgang am 09.05.2018, von der Untertrave aus gesehen, in Lübeck.

Wie stellt man 875 Jahre in einer Ausstellung dar? Am besten, indem man Geschichte in Geschichten erzählt, die an Gegenständen festgemacht sind. So präsentiert die große Schau zum Stadtjubiläum im Museumsquartier St. Annen und im Hansemuseum 100 Relikte aus den vergangenen 875 Jahren – ein gelungener Ansatz. „Wir haben sehr lange gebraucht, um uns auf die 100 Objekte zu einigen“, sagt Hans Wißkirchen, Leiter der Kulturstiftung der Hansestadt. Zusammengearbeitet an dieser Ausstellung haben sämtliche Lübecker Kultureinrichtungen, aber auch Firmen wie Possehl oder Dräger, die Stücke aus ihren Sammlungen und Archiven beigesteuert haben. Diese Geburtstags-Schau ist sinnlich ein Erlebnis, sie ist kurzweilig und lehrreich zugleich, was für sich schon eine Kunst ist. Empfangen wird der Besucher im Foyer der Kunsthalle vom berühmten und frisch restaurierten Eskimo-Kajak aus der Schiffergesellschaft. Dieses Kajak hat man zwar schon oft gesehen, aber nicht so aus der Nähe.

Jüdisches Museum Rendsburg

Carsten Fleischhauer: "Die Einweihung der Synagoge im November 1845 war ein lokales Ereignis." Der Granitquader mit der Zahl 5604 weist auf die Grundsteinlegung im Jahre 1843 hin.

Man muss schon genau hinschauen, um das geschichtsträchtige Datum an dem Gebäude des Jüdischen Museums in der Prinzessinstraße in Rendsburg zu erkennen. In einen etwa 80 mal 25 Zentimeter großen Granitquader ist die Zahl 5604 eingemeißelt. Sie stellt die Jahre 1843/44 dar und hat für Carsten Fleischhauer, Kunsthistoriker und Leiter des Museums, große Bedeutung. „Sie erinnert mich an die Entstehungsgeschichte der Synagoge in der Kreisstadt. Ohne sie würde es heute wohl kein Jüdisches Museum in Rendsburg geben.“

Haupteingang zum Gebetssaal der ehemaligen Synagoge: Im Sockelbereich aus Granit, darüber roter Backstein, ist die Grundsteinlegung dokumentiert. „Das jüdische Jahr 5604 fiel in die Jahre 1843/44 n. u. Z.“, heißt es in dem Stein. Das Datum gehe auf die proleptische julianische Zeitrechnung zurück, weiß Fleischhauer. „Nach alter jüdischer Tradition hat die Schöpfung der Welt 3761 Jahre vor Christi stattgefunden.“ Auf das Jahr der Grundsteinlegung erinnert auch ein kleiner Kasten aus Kupfer mit dänischen Münzen. „Die Kassette wurde bei der Sanierung des Gebäudes Anfang der 1980er Jahre entdeckt“, erzählt der Museumsleiter. Ein Papierdokument und Zeitungsberichte würden die Einweihung der Synagoge am 12. November 1845 belegen. „Wir wissen über die Einweihung, dass sie ein lokales Ereignis war.“ Honoratioren der Stadt hätten an der Feier teilgenommen genauso wie Pastoren.

Auf der Suche nach Spuren jüdischen Lebens habe ein Kieler Archäologie-Professor das verfallene Gebäude Ende der 1970er Jahre entdeckt. Die Stadt Rendsburg kaufte und sanierte das Haus, das seit 1981 unter Denkmalschutz steht. Nach zwischenzeitlicher kultureller Nutzung wurde es am 6. November 1988 als Jüdisches Museum eingeweiht und vor 16 Jahren von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen übernommen.

Künstlermuseum Heikendorf

Christoph Baldrich zeigen ihre ganz persönlichen Lieblingswerke im Künstlermuseum Heikendorf.

Es ist kein Bild, das in irgendeiner Form verwerflich daherkommt. Und doch lag „Über holsteinischer Landschaft“, ein Ölgemälde von Heinrich Blunck (1891-1963) aus den 1920er Jahren, zusammen mit anderen Werken in einer Rolle unter den Dachziegeln seines alten Wohnhauses, des heutigen Künstlermuseums Heikendorf. Das Lieblingsstück von Christoph Baldrich, der von Anfang an als Technikreferent im Künstlermuseum mitwirkte: ein geheimes Fundstück, das gerade im Magazin lagert. Offenbar hatte der im Dritten Reich nicht unumstrittene Künstler versucht, Bilder zu verbergen, von denen er annahm, sie könnten nicht erwünscht sein.

„Von Expressionismus hielt man damals nicht so viel“, erklärt Baldrich, der das Werk als Übergang vom Impressionismus zum Expressionismus bezeichnet. Eine schriftliche Notiz dazu haben sie damals, als das Gebäude saniert und zum Museum umgebaut wurde, nicht entdeckt: „Man kann nur vermuten, dass das seine Art der Selbstzensur in dieser Zeit war.“ Baldrichs Favorit, eine „Stimmungswiedergabe der sommerlichen Landschaft kurz vor der Ernte“, ist typisch für Blunck als Landschaftsmaler – und auch wieder nicht: Der „Lilamaler“ kam nämlich auch da nicht ganz ohne seine Lieblingsfarbe aus, jedoch war er sonst eher für winterliche Landschaftsmotive bekannt. „Wenn man das vergleicht mit anderen, ragt es schon heraus, auch in der Farbgebung.“

Nicht der einzige Grund für den Impuls Baldrichs, gerade dieses Werk herauszugreifen: „Über holsteinischer Landschaft“ weckt Erinnerungen – es war auch das Lieblingsbild seiner erst kürzlich verstorbenen Frau Ursula M. L. Baldrich, bis zu ihrem Tod Medienreferentin des Künstlermuseums. „Wir haben viel Zeit hier in diesem Museum verbracht: Das ist Teil ihres Lebens.“ Als das Museum über jeden seiner sechs Künstler einen Katalog erstellte, kämpfte sie dafür, dass es den Titel des Blunck-Bandes zierte. „Das war umstritten, aber sie hat sich durchgesetzt.“

Eiszeitmuseum Lütjenburg

Die wissenschaftliche Leiterin des Eiszeitmuseums, Vera Laurenz-Heuser, vor dem Mammutkopf, der seit 2012 die Ausstellungsräume dominiert.

Wenn Kinder in die Ausstellung des Eiszeitmuseums kommen, nehmen sie sofort den Kopf des Wollhaarmammuts in den Blick. „Manni“ rufen diejenigen voller Freude aus, die den Film „Ice-Age“ gesehen haben. Das Mammut Manni spielte darin die Hauptrolle. Manni ist Kult. Der große, dunkle Zottelkopf an der Wand gehört nicht zuletzt wegen des Films zu den Attraktionen im Eiszeitmuseum, berichtet Museumsleiterin Vera Laurenz-Hauser. Seit dem Frühjahr 2012 hängt er dort. Die in München gefertigte Nachbildung erfuhr am ersten Tag in Lütjenburg eine besondere Behandlung. Weil die Haare falsch lagen, kämmten Freunde des Eiszeitmuseums stundenlang das Feld des Kunst-Mammuts, bis es natürlich aussah.

Der Mammutkopf ist eingebettet in die Abteilung, die das Leben der Menschen in der Steinzeit zeigt. In der heutigen Region Lütjenburg dürfte zuletzt vor 10.000 Jahren ein richtiges Wollhaarmammut gelebt haben. Dann wurde es wärmer. Die Tiere zogen sich zurück in die letzten Kaltregionen und Steppen der Welt. Vor etwa 4000 Jahren starben endgültig die Mammuts aus, nachdem sie etwa 5,7 Millionen Jahre Europa, Asien und Nordamerika bevölkert hatten. Die letzten ihrer Art lebten in einer Zwergform in Nordsibirien

Woher wissen wir, wie ein Mammut eigentlich aussah? Neben Knochenfunden in Sibirien und Nordamerika tauchen regelmäßig mumifizierte Körper der Mammuts auf, die im Permafrost-Boden über Jahrtausende konserviert wurden. Einer der jüngsten Funde stammt aus dem Jahr 2007. Rentierzüchter fanden die gut erhaltenen Überreste eines etwa ein Monat alten Kalbes, das die Wissenschaftler später liebevoll Ljuba tauften. Es ist das weltweit am besten erhaltene Mammut mit Fell, allen Beinen, Kopf und Rüssel. Es starb vor etwa 40.000 Jahren.

Probstei Museum Schönberg

Der in der Scheune neben der Kasse stehende Pferdewagen der Bäckerei Paul Meier aus Stakendorf ist auch das Lieblingsstück aller Mitarbeiter im Öffnungsdienst des Museums

Das Probstei Museum Schönberg ist voller Lieblingsstücke – jenen der Mitarbeiter wurde bereits eine Ausstellung gewidmet. Dennoch entschied Museumsleiterin Renate Sommerfeld sich rasch für ein weiteres Lieblingsstück – einen Bäckerei-Verkaufswagen, den es außer im Original auch als Modell gibt. Der in der Scheune neben der Kasse stehende Pferdewagen der Bäckerei Paul Meier aus Stakendorf ist auch das Lieblingsstück aller Mitarbeiter im Öffnungsdienst des Museums, erzählt Karin Biskup: „Auf den springen die Kinder sofort an. Für sie mache ich dann auch mal die Tür des Wagens auf.“

Im Museum wird auch über die Geschichte des Bäckerhandwerks in der Probstei informiert: „Brote selbst zu backen war lebensnotwendig für eine Bauernfamilie und für einen großen Betrieb mit Knechten und Mägden auch wirtschaftlich. Als sich aber durch die Abwanderung des Gesindes aufgrund des Einsatzes von Maschinen die Hofgemeinschaft verkleinerte, begann der Holzverbrauch für den Ofen eine Rolle zu spielen. Für wenige Brote rechnete sich der Gebrauch des Ofens nicht mehr. Vor diesem Hintergrund breitete sich das Gewerbe der Bäcker auf dem Lande aus, die ab dem 19. Jahrhundert mit Pferdewagen ihre Produkte zu den Höfen brachten. Der klassische Bäckerei-Verkaufswagen in der Probstei hatte einen geschlossenen, teils mit Blech verkleideten Holzkasten hinter dem Kutschersitz, mit einer Dachreling für oben aufgestellte Körbe und Beschriftung an den Seitenwänden. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts brachten Bäcker mit solchen Wagen frisches Brot und andere Lebensmittel.“

Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Anfahrt 

Auf dieser Karte finden Sie alle wichtigen Informationen für Ihren nächsten Museumsbesuch auf einen Blick:

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