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Schleswig-Holstein Tüten gegen Speichelattacken auf Polizisten
Nachrichten Schleswig-Holstein Tüten gegen Speichelattacken auf Polizisten
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06:51 15.03.2016
Von Günter Schellhase
Die Polizei wird mit speziellen "Spuckhauben" gegen Attacken ausgestattet. Quelle: Ingo Wagner/dpa

Eine abschließende Bewertung durch die Polizei steht noch aus. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt die Anschaffung. Immer wieder kommt es vor, dass Beamte im Einsatz von renitenten Störern oder Betrunkenen nicht nur beleidigt, getreten oder geschlagen, sondern gebissen und angespuckt werden. Im Mundsekret leben nicht nur Mikroben, sondern unter anderem auch Viren und Bakterien. Sollte durch den Speichel eine Krankheit übertragen werden, ist eine vorsätzliche Körperverletzung gegeben, die der Täter billigend in Kauf genommen hat. Andere Bundesländer haben die Masken bereits angeschafft und gute Erfahrungen damit gemacht.

Schleswig-Holstein hat jetzt nachgezogen. Speichelattacken gegen Beamte wertet die Landespolizei in der Statistik nicht gesondert aus – Zahlen waren nicht zu erfahren. Um die Beamten vor solchen Gefahren zu bewahren, hat die Polizei 900 Spuckschutzhauben angeschafft. „Damit wird eine weitere potenzielle Lücke im Bereich der Eigensicherung geschlossen“, sagt Jürgen Börner, Sprecher des Landespolizeiamtes. Die Hauben wurden bereits an die Direktionen im Land ausgeliefert. Eine abschließende Bewertung stehe noch aus.

Erste Erfahrungen mit dem Spuckschutz hat die Polizei bereits gemacht. Zahlen wollte Börner nicht nennen. In der Vergangenheit haben Polizisten Personen maskiert, von denen eine potenzielle Gefahr ausging. „Dabei wurde jeder Einzelfall geprüft, es handelt sich um unmittelbaren Zwang, also die hoheitliche Einwirkung auf Menschen mittels körperlicher Gewalt“, erklärt Börner. Die Rechtsgrundlage dafür ist das Allgemeine Verwaltungsgesetz für das Land Schleswig-Holstein. In der Regel hatten die Beamten der Person aber bereits eine Handfessel angelegt.

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