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Schleswig-Holstein Landes-FDP hält den Wolf für "jagdbar"
Nachrichten Schleswig-Holstein Landes-FDP hält den Wolf für "jagdbar"
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10:00 05.09.2018
Von Christian Hiersemenzel
Die Wolfssichtungen in Schleswig-Holstein nehmen zu. Quelle: Carsten Rehder
Kiel

Anders als in Brandenburg wurden in Schleswig-Holstein bisher weder Rudel noch residente Paare nachgewiesen. Das mache die Lage nicht besser, sagte Kumbartzky mit Verweis auf "nahezu tägliche Risse" in den Kreisen Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg und Segeberg, vor allem aber auf Eiderstedt. "An der Westküste findet der Wolf ein All-you-can-eat-Büfett vor." Flächendeckender Herdenschutz durch Zäune sei in der durch Gräben geprägten Landschaft weder möglich noch akzeptabel. "Die steigenden Zahlen an Weidetierschäden zeigen, dass das Wolfsmanagement Schleswig-Holstein dringend seinem Namen besser gerecht werden muss." Die Bearbeitungszeit zwischen Rissgutachten und Auszahlung staatlicher Entschädigungen sei dringend zu reduzieren, Anträge müssten auch online gestellt werden können. Und: Schäden durch Wölfe seien vollständig zu kompensieren.

Darüber hinaus will die FDP diskutieren, ob neben dem Herzogtum Lauenburg auch weitere Kreise und Regionen als Wolfsgebiete ausgewiesen werden sollen. Die öffentliche Förderung von Schutzzäunen hat für Tierhalter allerdings eine Konsequenz: Wer entschädigungsberechtigt sein will, muss seinen Zaun regelmäßig warten.

Nach Einschätzung von CDU-Fraktionschef Tobias Koch dürfte es in absehbarer Zeit auch im Norden erste Rudel geben. "Die Gefährdungslage nimmt zu." Die Koalition hatte sich am Dienstagmittag auf einen entschärften gemeinsamen Antrag geeinigt, in dem zwar von einer Fortentwicklung des Wolfsmonitorings die Rede ist, aber nicht mehr explizit vom Jagdrecht. Die Grünen-Abgeordnete Marlies Fritzen wies darauf hin, dass eine Aufnahme ins Bundesjagdgesetz nur Verwaltungswege verlängern würde. Zugleich stellte sie eines klar: "Wenn Menschen gefährdet sind, muss man sich tatsächlich überlegen, einen Wolf zu schießen. Aber das gibt das Recht schon heute her." In Niedersachsen sei ein solcher Problemwolf bereits erschossen worden – genehmigt von einem grünen Umweltminister.

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