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Schleswig-Holstein Profiloberstufe: Flucht aus Mathematik?
Nachrichten Schleswig-Holstein Profiloberstufe: Flucht aus Mathematik?
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05:00 29.09.2018
Von Alev Doğan
Mathematik ist bei vielen Schülern kein beliebtes Schulfach. Ministerin Prien will den Jugendlichen mehr Wahlfreiheit einräumen.  Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolfoto)
Kiel

„Wir wollen mehr fachliche Vertiefung und eine bessere Vergleichbarkeit mit den anderen Bundesländern und zwischen den Schularten“, sagte Prien.

Die Pläne sehen unter anderem nur noch drei statt wie bisher vier Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau vor. Diese sollen dafür in fünf statt vier Wochenstunden unterrichtet werden. Von den drei Kernfächern (Deutsch, Mathematik, Englisch) sollen nur noch zwei verpflichtend auf erhöhtem Niveau unterrichtet werden. Außerdem soll das Sprachliche Profil schon mit zwei Fremdsprachen gebildet werden können. Bisher waren es drei. Informatik soll als Profilfach wählbar werden.

Die Pläne im Wortlaut

Profiloberstufe (4,3 MB)

Hintergrund der Neuerungen ist, dass ab 2021 bundesweit einheitliche Abiturprüfungen gelten sollen. Zudem hätten sich auch einige Regelungen der jetzigen Profiloberstufe als unpraktikabel erwiesen, so die Ministerin. Auf Grundlage des Papiers soll „ein breiter Diskussionsprozess in Gang kommen“.

Sind die Weichen schon gestellt?

„Wenn der wirklich so offen ist, dann ist das ein richtiger Weg“, sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Astrid Henke. „Die Probleme sind richtig dargestellt“, sagte der Landesvorsitzende des Gemeinschaftsschulverbands, Dieter Zielinski. „Allerdings sind die Lösungsansätze zu halbherzig.“ Statt einer Lockerung des Profil-Systems plädiere er für eine Abkehr von der Profiloberstufe hin zu einem Kurssystem mit Leistungs- und Grundkursen. „Meine größte Kritik geht aber dahin, dass die Ministerin von einer breiten Diskussion spricht, sie aber im Frühjahr schon die Anhörungsfassung vorlegen will. Ich lese daraus, dass die Weichen schon gestellt sind.“ Das Diskussionsangebot sei insofern „unehrlich“.

„Wir sehen die Ministerin auf dem richtigen Weg“, lobte der Sprecher des Philologenverbands, Walter Tetzloff. Die Ausweitung einiger Fächer auf fünf Stunden würde dazu führen, „dass der Unterricht anspruchsvoller wird“. Dissens gebe es beim Thema Kernfächer: „Zu einer qualifizierten Ausbildung gehören alle drei Kernfächer auf erhöhtem Unterrichtsniveau.“ Ansonsten käme es zu einer „Massenflucht aus der anspruchsvollen Mathematik – das wäre nicht in unserem Sinne.“ Der Philologenverband fordert außerdem weiterhin drei Fremdsprachen für ein Sprachliches Profil.

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