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Schleswig-Holstein Kieler Politiker bestärken Demonstranten
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15:32 01.11.2018
Von Heike Stüben
600 Schülerinnen und Schüler der Gesundheitsberufe forderten vor dem Landeshaus in Kiel das sofortige Ende des Schulgeldes. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Betroffen vom Schulgeld sind bis auf wenige Ausnahmen angehende Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Podologen und Diätassistenten. Sie waren am Donnerstag aus dem gesamten Land nach Kiel gekommen. Sozialminister Heiner Garg (FDP) betonte, dass er von der Bundesregierung erwarte, dass sie die versprochene Befreiung vom Schulgeld schnell umsetzt. Die Landesregierung werde jetzt aber prüfen, was man in Kiel selbst tun kann „Ich werbe auch hier für ein rasches Handeln im Rahmen der Möglichkeiten. Ein Schulgeld ist gesundheitspolitisch nicht zu rechtfertigen. Die Beseitigung finanzieller Hürden für die Ausbildung ist ein wichtiger Beitrag zur Nachwuchskräftesicherung“, sagte Garg.

Berufswahl hängt vom Geldbeutel ab

Zustimmung bei SPD, CDU und Marret Bohn von den Grünen: Sie kritisierte, dass es immer noch vom Geldbeutel der Eltern abhänge, ob junge Leute einen der genannten Gesundheitsberufe ergreifen wollen. „Wir stecken mittendrin im demografischen Wandel und überall im Land werden händeringend Fachkräfte im Gesundheitswesen gesucht. Da kann es doch nicht sein, dass Auszubildende 400 Euro im Monat bezahlen müssen für die Ausbildung in einem Mangelberuf. Am Ende 15.000 Euro zahlen zu müssen, um arbeiten zu können, darf so nicht bleiben.“

Erste Therapieplätze werden verlost

Zuvor hatten Schülerinnen und Schüler, Schulleiter und Therapeuten eindringlich von ihrem Alltag berichtet. Besonders schockiert zeigten sich die Politiker über Berichte, dass Therapieplätze für Schlaganfallpatienten zum Teil verlost werden, weil es nicht genug Personal für die Therapieplätze gibt.

Demonstranten fordern Taten

Die Initiatoren werteten die Protestaktion als Erfolg. „Es kamen mehr Landespolitiker zu unserer Kundgebung als erwartet und sie blieben auch, als drinnen der Sozialausschuss bereits tagte. Wir haben das Gefühl, unsere Botschaft ist angekommen. Aber wir bleiben am Ball, damit jetzt auch schnell Taten folgen“, erklärt Olav Gerlach für das Bündnis „Therapeuten am Limit“.

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